Rechenschaftsbericht des NABU-Obereichsfeld e.V. für das Jahr 2010

Im Dezember 2010 hatte unser Verband 420 Mitglieder. Im Laufe des Jahres sind 35 Menschen aus dem NABU und damit aus unserem Kreisverband ausgetreten. Zwei Mitglieder traten aus unserem Verband aus, blieben aber Mitglied des NABU. 9 Naturfreunde traten dem NABU bei.

Auf der Jahreshauptversammlung am 20.02.2010 wurden die Mitglieder für den Vorstand neu gewählt. In der unmittelbar anschließenden Vorstandssitzung bildete sich dann der neue Vorstand mit Thomas Keppler als Schriftführer und Verantwortlichen für die Internetseite, Andreas Steinert als Verantwortlichem für die Finanzen, Grit Bierwisch und Lothar Wandt als die beiden Stellvertreter des Vorsitzenden und Arne Willenberg als Vorsitzenden. Der Vorsitz wurde somit von jemandem übernommen, der erst mit Beginn des Jahres 2010 dem NABU beigetreten war und darüber hinaus von 1990 bis Oktober 2009 nicht im LK Eichsfeld gelebt hat. Diese Tatsachen waren für die Vorstandsarbeit erschwerend, da sowohl für die Naturschutzarbeit wichtige Strukturen, Personen und Probleme im Eichsfeldkreis nur unzureichend bekannt waren und zunächst auch kaum Kenntnisse zu den Aufgaben des NABU allgemein und des Regionalverbandes im Speziellen bestanden. Unklarheit herrschte somit auch hinsichtlich der Verantwortlichkeiten innerhalb der NABU-Gruppe sowie der eigenen Aufgaben und Kompetenzen als Vereinsvorsitzender. Der Dank gilt deshalb allen, die Arne Willenberg in seinem Amt unterstützt und beraten haben, so den übrigen Mitgliedern des Vorstandes, weiterhin Herrn Rainer Hanke, der viele Jahre selbst der Vorsitzende des Vereins war sowie vielen langjährigen Mitgliedern!

Etwa einmal pro Monat traf sich der Vorstand zur Sitzung. In den meisten Fällen waren alle Vorstandsmitglieder anwesend, hinzu kamen oft auch Gäste. Auf diesen Vorstandsitzungen wurden die gerade aktuell anstehenden Aufgaben besprochen sowie Aktionen vorbereitet.

Im Folgenden werden die Aktivitäten unseres NABU-Regionalverbandes im vergangenen Jahr thematisch, d.h. nicht unbedingt chronologisch, wieder gegeben.

1. Konkrete Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege:

Gemäß dem Zuwendungsvertrag zwischen dem TLVA und dem NABU- Obereichsfeld fanden wieder Amphibienschutzmaßnahmen während der Laichzeit an Straßen im Landkreis statt. Dazu wurden insgesamt etwa 2400 m Amphibienschutzzäune an 7 Standorten aufgebaut, mit entsprechenden Fangeimern versehen und über die Wanderzeit von Aktiven aus unserem Verein aber auch von Nicht-Nabu-Mitgliedern betreut. Die Koordinierung und Organisation lag in den Händen von Reinhard Koch. Im Vorfeld dieser Amphibienschutzaktionen kam es innerhalb unserer NABU-Gruppe zu einer Meinungsverschiedenheit. Der 2009 noch amtierende Vorsitzende Rainer Hanke hatte der UNB angekündigt, im Bereich Reifenstein keine Zäune mehr aufzubauen und zu betreuen. Als Grund gab er an, dass die UNB seit Jahren die Verschlechterung der Laichbiotope und der angrenzenden Landlebensräume durch illegale Bautätigkeiten des Reifensteiner Hoteliers nicht zu verhindern versteht. Arne Willenberg als neuer Vorsitzender entschied in Absprache mit den Aktiven im Amphibienschutz auch wieder in Reifenstein Zäune aufstellen und betreuen zu lassen. Im Nachhinein, nach einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Situation in Reifenstein, wurde für Arne Willenberg die Aussage von Rainer Hanke verständlich, der in einem Verweigern der Schutzaktion in Reifenstein Druck auf die UNB ausüben wollte, damit diese endlich handelt!

Es wurde die Feuchtwiese am Schafteich in Reifenstein gepflegt. Die Mahd der Wiese und das Abräumen des Altgrases wurden von Rainer Hanke und Leo Hunold besorgt. Eine weitere Feuchtwiese mit Orchideenvorkommen, unterhalb des Sonnensteins gelegen, wurde im Spätherbst von Lothar Wandt, Mattis Willenberg und Arne Willenberg gemäht.

Unsere Vereinsmitglieder Ralf Peiler und Reinhard Koch betreuten im Auftrag der „Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen“ wieder mehrere Fledermauswochenstuben sowie Fledermauswinterquartiere im LK Eichsfeld.

Leo Hunold war - wie wir es von ihm gewöhnt sind - unermüdlich in der Herstellung und im Aushängen von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse. Andreas Goedecke und Cliff Riesmeier waren wieder als Vogelberinger aktiv. Viele Höhlenbäume und Horstbäume wurden von Cliff Riesmeier gekennzeichnet, um ihrer Fällung vorzubeugen.

Sehr hervorzuheben ist der Einsatz von Ewald Heerda und seiner Frau Christina für die alten Bäume im Landkreis. Gegenwärtig sind beide damit beschäftigt, die Beschilderung der Bäume zu erneuern. Dabei wird von ihnen jedes Schild handgemalt!

In den vergangenen Jahren wurde eine Streuobstwiese bei Kleinbartloff von unserem Verein genutzt und zur Erhaltung gepflegt. Bei einer Besichtigung der Selben durch den Vorstand wurde festgestellt, dass diese Streuobstwiese z. Z. durch Beweidung genutzt wird. Damit scheint die Erhaltung zunächst gesichert zu sein. Da zudem die Eigentumsverhältnisse ungeklärt bzw. durch eine zerstrittene Erbengemeinschaft sehr kompliziert sind, haben wir uns in diesem Jahr aus der Nutzung und Pflege herausgehalten.

Unser Verein besitzt ein Grundstück an der ehemaligen Grenze. Der Vorstand hat dieses Grundstück begutachtet und dort eine mäßig trockene distelreiche Hochstaudenflur vorgefunden. Da diese Vegetation die Lebensgrundlage für eine reiche Insekten- und Kleintierfauna ist, einigten wir uns, zunächst nicht pflegerisch einzugreifen sondern die Fläche ihrer natürlichen Sukzession zu überlassen.

2. Öffentlichkeitsarbeit

Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört heutzutage eine gut gepflegte Internetseite. Die Seite unserer NABU-Gruppe wurde von Thomas Keppler überarbeitet und aktualisiert. Die bisher dort sehr unvollständige, z. T. mit Belanglosigkeiten und auch für Einzelpersonen rufschädigenden Angaben gespickte Chronik wurde zunächst entfernt. In den nächsten Wochen wird die überarbeitete Chronik wieder ins Internet gestellt. Dazu können wir auf die mehrere dicke Ordner umfassende Chronik von Frau Christine Heerda zurückgreifen, welche sie auch im vergangenen Jahr dankenswerter Weise weiter geführt hat.

Bereits im März holten wir die vom Landesverband bereitgestellte Ausstellung über den Vogel des Jahres, den Kormoran, zu uns ins Eichsfeld. Diese wurde in der Sparkasse in Worbis aufgestellt. Zur Ausstellung und zum Kormoran gab es von unserer Seite entsprechende Beiträge in der Tagespresse.

Der NABU organisierte verschiedene Fachvorträge. Die Referenten waren z. T. Mitglieder unseres Vereins oder wurden von außen zu uns eingeladen. Einer unserer jüngsten Mitglieder, der damals 13-jährige Mattis Willenberg hielt zur Jahreshauptversammlung vor NABU-Mitgliedern und Gästen einen Vortrag über die Würfelnatter, dem Reptil des Jahres 2009. Im April reiste Frau Ingrid Röschke aus Eisenach zu uns an und berichtete über ihre Erfahrungen in der Pflege und Aufzucht von Jungvögeln. Im September gab es einen Vortrag zur vegetarischen Ernährung.

Anlässlich der Europäischen Nacht der Fledermäuse lud im August der NABU-Obereichsfeld alle interessierten Bürger zu einer Beobachtung der Fledermäuse in der Lorenz-Kellner-Schule in Heiligenstadt ein. Diese Veranstaltung wurde von unseren Fledermausbearbeitern Reinhard Koch und Ralf Peiler organisiert und fachlich begleitet.

Es gab neun öffentliche Exkursionen „Auf den Spuren von Wolf, Luchs und Bär“, einer gemeinsam zwischen dem NABU Obereichsfeld und dem Alternativen Bärenpark Worbis organisierten Veranstaltungsreihe, welche die Fauna, Flora, Vegetation und Ökologie der potentiellen, d. h. ehemaligen und zukünftigen Lebensräume der drei Beutegreifer vorstellt. In Vorbereitung bzw. begleitend zur NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ wurde eine Vogelstimmenführung rund um Schönhagen angeboten und durchgeführt.

Es gab weitere, konkrete Anlässe betreffende, öffentliche Exkursionen, so dreimal in das Gebiet des Lindenbergs bei Teistungen, da dort ein Golfplatz geplant ist und wir die Bürger über die Unsinnigkeit dieses Vorhabens aufklären wollten (siehe weiter unten!).

Im Juni beteiligten wir uns am GEO-Tag der Artenvielfalt. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Bürgerinitiative „Rettet den Lindenberg“ führten wir 24 Stunden interessierte Menschen durch die Wald- und Kulturlandschaft rund um den Lindenberg bei Teistungen, erfassten mit den verschiedenen feldbiologischen Methoden die Fauna und Flora des Gebietes und machten auf den Verlust aufmerksam, welchen die Umsetzung des Golfplatzprojekts für uns bedeuten würde.

Wir betreuten im Vergangenen Jahr jeweils einen Informationsstand im April beim Frühlingsfest in Worbis, im Mai beim Naturparkfest in Martinfeld sowie im August beim Bauernmarkt in Kallmerode. Hier nutzten wir die Gelegenheit, um über unseren Verein und unsere Arbeit zu berichten, diskutierten aber auch mit interessierten Besuchern über konkrete Naturschutzprobleme.

3. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist überaus wichtig, um die junge Generation für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren. Viele unserer erwachsenen Vereinsmitglieder sind sich dessen bewusst und beziehen Kinder und Jugendliche selbstverständlich in ihre eigene Naturschutzarbeit mit ein. So waren auch im vergangenen Jahr wieder ganz junge Menschen beim Auf- und Abbau der Amphibienschutzzäune sowie bei deren Betreuung mit dabei.

Zeitlich begrenzte Aktionen, Exkursionen, Vorträge oder Projekte wurden in Kindereinrichtungen angeboten und durchgeführt, so von Rainer Hanke zum Thema „Insektenhotel“ oder von Arne Willenberg zu Amphibien und Reptilien.

Im vergangenen Herbst machten wir in der Tagespresse Werbung für Insektenhotels an Schulen und anderen Kindereinrichtungen. Konkret boten wir das Aufstellen dieser Nisthilfen für Wildbienen und Co. mit einem begleitenden Vortrag durch einen Fachmann aus unseren Reihen an. Interesse für dieses Angebot zeigten nur sehr wenige Einrichtungen. Nachdem diese dann aber erfuhren, dass für dieses Projekt 80,00 Euro zu bezahlen sind, war die anfängliche Begeisterung in fast allen Fällen vorbei. Ein überaus bedeutsames Projekt wurde von Reinhard Koch und Ralf Peiler in der Konrad-Lorenz-Schule in Heiligenstadt initiiert. Sie installierten eine Kamera und ein Bildschirm so, dass die Schüler die Fledermauswochenstube auf dem Dachboden ihrer Schule beobachten konnten, ohne die Tiere dabei zu stören.

Einmal pro Woche besucht Arne Willenberg die Freie integrative Schule in Beuren und „unterrichtet“ jeweils zwei Stunden Naturkunde. Dieser Unterricht findet in der Regel draußen statt und bedeutet praktisch das Beobachten und Dokumentieren der Tiere und Pflanzen in der Umgebung von Beuren, hauptsächlich in der Leineaue. Außerdem betreuen die Kinder unter Anleitung einige selbstgebaute Nistkästen. Gemeinsam mit den Pädagogen der Schule und dem Alternativen Bärenpark Worbis wurde eine Projektwoche zur Rückkehr der „großen Drei“, also zum Wolf, Luchs und Bär organisiert und durchgeführt.

Ralf Peiler und Reinhard Koch organisierten auch im vergangenen Jahr wieder Veranstaltungen des NABU-Obereichsfeld für die NAJU Thüringen. Genannt werden soll hier vor allem das Fledermaus-Wochenende im September im Schullandheim in Ershausen. Hier konnten Kinder und Jugendliche unter der Anleitung der Experten Fledermäuse beobachten, eine Wochenstube besichtigen und Fledermauskästen bauen. Zusätzlich gab es noch einen Vortrag und eine Führung im Alternativen Bärenpark Worbis.

Seit September bestreitet der NABU das „Eichsfelder Schwalbenprojekt“, welches vom Land Thüringen gefördert wird. Inhalt des Projektes sind zum einen Artenschutzbelange, welche die Rauch- und die Mehlschwalbe betreffen. Darüber hinaus wird das Projekt unter Einbeziehung von Schülern bearbeitet, weshalb es einen großen Beitrag zur Sensibilisierung von Jugendlichen für Arten- und Naturschutz leisten kann. Unser Projektleiter Manuel Gebauer wird dazu im Anschluss ausführlicher berichten.

Beteiligung unseres Verbandes an Verfahren, welche den Naturschutz betreffen

Nach dem §45 des Thüringer Naturschutzgesetzes hat auch der Landesverband Thüringen das Recht, sich an bestimmten Verfahren zu beteiligen. In der Regel werden diese Aufgaben an die Regionalgruppen weitergegeben. Für den NABU-Obereichsfeld hat Rainer Hanke im vergangenen Jahr diese sogenannte §45-Arbeit geleistet.

Einige Verfahren gehen bereits über mehrere Jahre, so auch das um den geplanten Fahrradweg zwischen Martinfeld und Ershausen. Die dazu vom NABU offiziell vertretene Position stößt auf Unverständnis bei einem Großteil der Eichsfelder Bürger, was sich in einer Flut von den NABU kritisierenden und diffamierenden Leserbriefen in den diversen Zeitungen äußerte. Leider ist es uns auch nicht gelungen, unsere Position in der Presse überzeugend zu artikulieren. Mitglieder des Vorstandes, welche bisher die Planungen um den Radweg gar nicht oder nur unzureichend kannten, haben sich deshalb ein Bild von der Situation bei einer Geländebegehung gemacht. Obwohl dabei Zweifel an der bisher vom NABU vertretenden Position aufkamen, gab es keine wirkliche Einigung zur weiteren Vorgehensweise. Der Vorsitzende Arne Willenberg und sein Stellvertreter Lothar Wandt wurden vom Bürgermeister von Ershausen sowie vom VG-Chef der Verwaltungsgemeinde Schimberg zu einem Gespräch geladen, in dessen Verlauf Arne Willenberg die Zusage machte, dass der NABU nicht klagen werde, wenn die Gemeinden den Radweg auf der von ihnen favorisierten Trasse bauen werde. Arne Willenberg glaubte, dies naturschutzfachlich vertreten und damit gleichzeitig das durch die Radwegproblematik entstandene Negativimage vom NABU abwenden zu können. Zu einer solchen Zusage war Arne Willenberg aber nicht berechtigt, wie er später aus den Reihen unseres NABU-Verbandes kritisiert wurde, da er kein vom Landesverband autorisierter §45- Bearbeiter ist. In einem Schreiben an den Bürgermeister und an den VG- Chef musste Arne Willenberg deshalb mitteilen, dass seine getroffene Aussage nur als seine persönliche Meinung gewertet werden kann, was heißt, dass der NABU seine bisherige Position beibehalten wird.

Mit Beginn des Jahres 2010 wurden wir mit den Plänen der Gemeinde Teistungen konfrontiert, östlich der Teistungenburg im Gebiet des Lindenbergs einen Golfplatz anlegen zu wollen, wofür 20 ha Wald zum Teil gerodet sowie weitere geschützte Biotope beseitigt werden sollen. Diese Pläne sind so ungeheuerlich, dass wir uns einmischten, obwohl wir noch gar nicht zur Verbandsbeteiligung nach §45 geladen waren. Wir schrieben Stellungnahmen an die Gemeinde Teistungen, an die UNB und an den Landrat und brachten Pressemitteilungen und Leserbriefe in den Tageszeitungen heraus. Damit wurde das geplante Golfplatzprojekt in der Öffentlichkeit bekannt. Auf Anregung unseres NABU-Verbandes gründete sich im April die Bürgerinitiative „Rettet den Lindenberg“ aus Gegnern des Golfplatzprojektes. Von Anfang an boten wir der Bürgerinitiative fachliche Unterstützung, so bei der Durchführung zur Aufklärung dienender Exkursionen und Vorträge sowie bei der Argumentation hinsichtlich der ökologischen und naturschutzfachlichen Wertigkeit des betreffenden Gebietes. Im Kampf gegen das Golfplatzprojekt hat sich sehr schnell eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bürgerinitiative, dem NABU- Obereichsfeld, dem NABU-Untereichsfeld (aus Niedersachsen), Vertretern der betroffenen Gemeinden, den Grünen aus dem LK Eichsfeld und den Grünen aus dem LK Göttingen entwickelt.

Es gab eine Reihe „kleinerer“ Verfahren, in welche wir in irgendeiner Form involviert waren. So gab es im Mai ein Treffen von Vertretern der UNB, der Bauaufsicht, dem Vorsitzenden unserer NABU-Gruppe und dem Eigentümer des Hotels in Reifenstein. Letzterer hat, wie bereits weiter oben geschildert, in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von z. T. ungenehmigten Bau- und Erdarbeiten im Bereich der Teiche von Reifenstein durchgeführt, welche geschützte und wertvolle Feuchtbiotope nachhaltig geschädigt haben. Seit Jahren wird hier ein Konflikt zwischen dem ehrenamtlichen Naturschutz, dem Umweltamt und dem Hotelbesitzer ausgetragen. Das besagte Gespräch sollte nun einer Konfliktlösung näher kommen, nachdem der NABU Anfang April des Jahres eine Stellungnahme dazu bei der UNB eingereicht und letztere zum Handeln aufgefordert hatte. Als Ergebnis des Gespräches wurden dem Hotelier Verpflichtungen auferlegt, die seine biotopzerstörenden Aktivitäten beenden und möglicherweise eine Widerherstellung ehemaliger Werte bewirken sollen. Bisher ist er diesen noch nicht nachgekommen.

Wir haben gegen die Schädigung und die anschließende Fällung von vier Birken in Leinefelde durch die Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft protestiert und Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, da die Bäume nach Interpretation der Staatsanwaltschaft nicht vorsätzlich sondern nur aus Fahrlässigkeit geschädigt wurden und letzteres nicht strafbar sei.

Durch Eingaben versuchten wir außerdem die Fällung der Angerlinden von Brehme zu verhindern. Noch stehen diese Bäume!

4. Pressearbeit

In zahlreichen Pressebeiträgen versuchten wir uns zu aktuellen, den Naturschutz und den NABU betreffenden Themen zu artikulieren sowie auf Meldungen anderer Vereine und Institutionen zu reagieren.

So gab es von uns Mitteilungen und Leserbriefe zum Vogel des Jahres, als Antwort und zur Richtigstellung von Beiträgen der Jägerschaften und der Angler- und Fischereiverbände, zum Golfplatzprojekt bei Teistungen, zum geplanten Radweg bei Martinfeld, über unsere Veranstaltungen und Projekte u.v.m..

Leider mussten wir erfahren, dass die Presse nur selten wirklich kooperativ ist, d. h. unsere Beiträge wirklich so widergibt, wie wir sie geschrieben haben. Oft wurden unsere Beiträge bis zur Sinnentstellung gekürzt und umgeschrieben, so dass sie unserem Anliegen kaum dienen konnten, ja oft sogar geschadet haben.

5. Interaktionen mit anderen Vereinen und Institutionen

Es gibt seit Jahren zahlreiche positive Beziehungen zwischen unserem NABU Obereichsfeld e.V. und anderen Vereinen und Institutionen, welche sich mit Tier-, Natur- und Artenschutz, ökologischer Bewirtschaftung, Landschaftspflege oder Umweltbildung beschäftigen. So wurden und werden von unseren Mitgliedern Einladungen verschiedenen Veranstaltungen oder Arbeitstreffen war genommen, z. B. der Heinz- Sielmann-Stiftung hinsichtlich der Bearbeitung des „Grünen Bandes“, die LEU-Treffen („Länderübergreifender Erfahrungsaustausch der Umweltpädagogen“) usw..

Seit diesem Jahr gibt es eine engere Zusammenarbeit mit dem Alternativen Bärenpark Worbis, was nicht nur daran liegt, dass der NABU- Vorsitzende Arne Willenberg dort angestellt ist. Wie bereits erwähnt wurden vom NABU und vom Bärenpark gemeinsame Exkursionen angeboten. Außerdem konnten und können wir die Räumlichkeiten des Bärenparks für Vorträge nutzen.

Zu einem anderen nach §59 des Bundesnaturschutgesetzes anerkannten Naturschutzverband, nämlich dem Landesjagdverband Thüringen, ist aufgrund unterschiedlicher Auffassungen von Naturschutz unser Verhältnis eher angespannt. Auch im vergangenen Jahr eskalierten die Konflikte nach der Veröffentlichung der Jagdstrecken in der Tagespresse. Die Zeitungen wurden als Medium für Diskussionen verwendet, die für uns auf diesem Wege nicht zufriedenstellend geführt wurden. Deshalb ergriffen wir die Initiative und luden im Juni Vertreter der Jagdverbände und Mitglieder der FG „Ornithologie Eichsfeld“ zu einem Treffen ins NABU-Haus nach Reifenstein ein. Ungeladen aber trotzdem Willkommen erschienen auch ein paar Angler und Berufsfischzüchter, welche sich im vergangenen Jahr durch die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres besonders durch den NABU angegriffen fühlten. In unserem Gespräch ging es dann auch hauptsächlich um Kormoran- und Graureiherschutz bzw. –abschuss. Das Gespräch verlief ruhig. Konkrete Ergebnisse wurden nicht erzielt.

6. Beteiligung an überregionalen NABU-Aktivitäten

Der NABU-Bundesverband rief im vergangenen Jahr wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ auf. Mit entsprechenden Presseartikeln, Flyerverteilung und einer Vogelstimmenführung machten wir Werbung für diese Aktion. Das Ergebnis iist, dass im LK Eichsfeld in 56 Gärten 1961 Vögel gezählt worden. Als Vergleich: im Kreis Nordhausen wurden in 63 Gärten 2367 Vögel gezählt und im Unstrut-Hainichkreis, in dem es ja gar keinen NABU gibt, wurden 1708 Vögel in 43 Gärten gezählt).

Vor Weihnachten hat der NABU-Obereichsfeld über die Presse dazu aufgerufen, Korken und Althandys zu sammeln. Für jedes gesammelte Handy erhält der NABU 3 Euro für das Renaturierungsprojekt Untere Havel. Korken, die ja aus der Borke der Korkeiche hergestellt werden, werden zerschrotet und dann als Dämmmaterial verwendet. Damit können Korkeichen geschont werden.

Die NABU-Initiative „Willkommen Wolf“, welche dem Schutz der Wölfe in Deutschland dient, ist auf die Aktivitäten von Wolfsbotschaftern angewiesen. In den Reihen unseres NABU-Vereins gibt es bisher nur einen Wolfsbotschafter, dessen Aufgabe es ist, über Wölfe sachlich korrekt aufzuklären. Der Alternative Bärenpark Worbis ist dafür eine Plattform und bietet vielfältige Unterstützung.

7. Feste im Vereinsleben

Es gab auch in diesem Jahr wieder ein Sommerfest auf der Rasenfläche vor dem NABU-Haus in Reifenstein, mit Kaffee und Kuchen, Salaten und Gegrillten.

Da der Dezember für die meisten Menschen immer sehr voll mit vorweihnachtlichen Aktivitäten ist, luden wir im vergangenen Jahr nicht zu einer Weihnachtsfeier ein. Als Alternative gab es dann Anfang Januar 2011 ein Neujahrsfest im NABU-Haus.

Reifenstein, 12.02.11

Arne Willenberg
(Vorsitzender des NABU-Obereichsfeld)