Rechenschaftsbericht des NABU-Obereichsfeld e.V. für das Jahr 2013

Laut dem Mitgliedschaftsreport, der den Zeitraum vom 08.03.2013 - 09.10.2013 berücksichtigt, hatte unser Verein im Oktober 2013 359 aktive Mitglieder. In diesem angegebenen Zeitraum konnte für den NABU Obereichsfeld e.V. keine neue Mitgliedschaft registriert werden. Ein Zugang kann verzeichnet werden, d.h. ein NABU-Mitglied ist vom NABU-Untereichsfeld zu unserem Regionalverband gewechselt. Dagegen steht der Wechsel eines Mitgliedes vom RV Obereichsfeld zur Ortsgruppe Nürtingen. Es gab 7 Austritte. In einem Fall wurden als Austrittsgrund Finanzprobleme angegeben und in zwei weiteren Fällen sind die Mitglieder verstorben.

Nach der aktuellen Mitgliederliste vom 29.01.2014, für die noch kein Mitgliedschaftsreport vorliegt, hat der NABU Obereichsfeld e.V. 352 Mitglieder, d.h., wir haben seit Oktober noch einmal 7 Mitglieder verloren. Als Gründe wurde von einigen der Ausgeschiedenen ihr fortgeschrittenes Alter angegeben.

Seit 4 Jahren wird der NABU-Obereichsfeld e.V. vom gegenwärtigen Vorstand geführt, mit Thomas Keppler als Schriftführer und Verantwortlichen für die Internetseite, Andreas Steinert als Verantwortlichen für die Finanzen, Grit Bierwisch und Lothar Wandt als die beiden Stellvertreter des Vorsitzenden und Arne Willenberg als Vorsitzenden.

Dieser Vorstand wurde auf der Mitgliederversammlung im November 2012 erneut gewählt.

Der Dank des Vorstandes gilt allen, die die Vorstandsarbeit unterstützt und durch konstruktive Kritik beraten haben. Etwa einmal pro Monat traf sich der Vorstand zur Sitzung. In den meisten Fällen waren alle Vorstandsmitglieder anwesend, hinzu kamen oft auch Gäste, so der Leiter der FG Ornithologie Eichsfeld, Hans Bernd Hartmann, was die enge Verbundenheit und Zusammenarbeit zwischen der FG und dem NABU-Obereichsfeld e.V. unterstreicht. Auf diesen Vorstandsitzungen wurden die gerade aktuell anstehenden Aufgaben besprochen sowie Aktionen vorbereitet.

Im Folgenden werden die Aktivitäten unseres NABU-Regionalverbandes in den vergangenen 12 Monaten thematisch, d.h. nicht chronologisch, reflektiert.

Konkrete Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege

Gemäß dem Zuwendungsvertrag zwischen dem TLVA und dem NABU-Obereichsfeld e.V. fanden im Frühjahr 2013 wieder Amphibienschutzmaßnahmen während der Laichzeit an Straßen im Landkreis statt. Dazu wurden insgesamt etwa 3000 m Amphibienschutzzäune an 7 Standorten aufgebaut, mit entsprechenden Fangeimern versehen und über die Wanderzeit von Aktiven aus unserem Verein aber auch von Nicht-NABU-Mitgliedern betreut. Wie in den vergangenen Jahren wurde auch bei Buhla ein Fangzaun aufgebaut. Da die Betreuung aber nicht abgesichert werden konnte, musste der Zaun wieder demontiert werden.

Die Koordinierung und Organisation der Amphibienschutzmaßnahmen lag in den Händen von Christian Becker mit Unterstützung weiterer Naturfreunde.

Im Vorfeld dieser Amphibienschutzaktionen wurde im Februar ein Arbeitstreffen für die aktiven Amphibienschützer sowie weitere Interessierte organisiert, bei welchem die Unterscheidung der Lurcharten geübt sowie die Methodik und die Technik der Amphibienschutzaktionen an Straßen erklärt wurden. Zu dieser Veranstaltung wurde zusätzlich über die Presse eingeladen, um auch neue Akteure und Unterstützer im Amphibienschutz zu gewinnen, leider blieb eine positive Resonanz weitestgehend aus.

Unsere Vereinsmitglieder Ralf Peiler und Reinhard Koch betreuten im Auftrag der „Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen“ wieder 7 Fledermauswochenstuben sowie Fledermauswinterquartiere im LK Eichsfeld.

Leo Hunold war - wie wir es von ihm gewöhnt sind – wieder unermüdlich in der Herstellung und im Aushängen von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse aktiv. Konkret wurden von ihm, gemeinsam mit Wilhelm Roth von der FG Ornithologie, Nistkästen für Mauersegler hergestellt und an geeigneten Gebäuden angebaut.

Im Rahmen des Eichsfelder Steinkauzprojektes, für welches der NABU-Obereichsfeld als Träger fungiert, wurden Niströhren gebaut und in geeigneten Biotopen angebracht.

Andreas Goedecke und Cliff Riesmeier waren wieder als Vogelberinger aktiv.

Das Mähen der Feuchtwiese am Schafteich in Reifenstein, wie es ansonsten regelmäßig von Mitgliedern unseres RV praktiziert wurde, wurde im vergangenen Jahr ausgesetzt. Im vergangenen Jahr wurde von der UNB ein Fachgutachten in Auftrag gegeben, aus welchem die zukünftigen Pflegerichtlinien für das Teichgebiet Reifenstein einschließlich der besagten Feuchtwiese abgeleitet werden sollen. Diese Richtlinien wollten wir erst abwarten.

Die Feuchtwiese mit Orchideenvorkommen, welche sich unterhalb des Sonnensteins befindet, wurde in diesem Jahr ebenfalls nicht gemäht.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit läuft heutzutage zum Großteil über das Internet. Eine gut gepflegte Web-Seite dient als wichtige Informationsquelle zu einem Verein, bietet Kontaktdaten und kann zum Mitmachen einladen. Die Web-Seite des NABU Obereichsfeld e.V. wurde und wird von Thomas Keppler bearbeitet und regelmäßig aktualisiert. Die Termine zu unseren Aktionen, Veranstaltungen und unserem Vereinsleben sind aber nicht nur auf unserer eigenen Web-Seite zu finden sondern werden von Thomas Keppler auch in die Datenbank des NABU-Bundesverbands eingepflegt.

Um unser Steinkauzprojekt der Öffentlichkeit bekannt zu machen, über den Steinkauz zu informieren und gleichzeitig auch Interesse für unseren NABU-Kreisverband zu wecken, erstellte (layoutete) Thomas Keppler Flyer, welche zu verschiedenen Anlässen und auf unterschiedliche Wege unter die Bevölkerung gebracht wurden und werden.

Auch die eigens für das Eichsfelder Schwalbenprojekt erstellten Flyer dienten nicht nur als Information zum Projekt sondern machten Werbung für unseren Verein.

Unser NABU organisierte verschiedene öffentliche Fachvorträge. Neben dem bereits erwähnten Vortrag zur Biologie und dem Schutz der heimischen Amphibienarten im Februar, stellte Arne Willenberg auf einem Vortrag im März das Eichsfelder Steinkauzprojekt vor und referierte zur Biologie dieser kleinen Eule. Ebenfalls im März sprach Arne Willenberg über die Biologie des Eurasischen Luchses und seine Rückkehr nach Thüringen.

Im Oktober fand ein Vortrag zu Baum- und Waldschäden statt. Als Referent konnte der Experte Dr. Beyer aus Gotha gewonnen werden.

Ebenfalls im Oktober referierte der Hornissenbeauftragte Rainer Hanke zur Biologie der Hornissen sowie zum Umgang mit diesen geschützten Insekten.

Im November lud der NABU-Obereichsfeld e.V. zu einem Vortrags- und Diskussionsabend zum „Neubürger“ Waschbär ein. Als Referentin trat die Biologin Anett Engelmann aus Berlin auf, die sich wissenschaftlich mit dem Waschbären beschäftigt hat.

Ebenfalls im Oktober gab es noch einen Vortrags- und Diskussionsabend zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland und nach Thüringen. Referent war Arne Willenberg.

Da die Themen der beiden letztgenannten Veranstaltungen auch die Jagd betreffen, wurden extra Einladungen an die Vorstände der beiden Jägerschaften des Landkreises geschickt, leider gab es darauf keine Reaktion von Seiten der Jäger.

Als positiv zu werten war dagegen die Anwesenheit von Schäfern beim Vortrag zum Thema Wolf und die sachlich geführte Diskussion zu den potentiellen Konflikten zwischen dem Wolf und der Schafhaltung.

So wie die genannten Vorträge waren auch die Exkursionen des NABU-Obereichsfeld e.V. öffentlich. Dazu wurde jeweils in der Tagespresse eingeladen.

Auf Grund der hochwinterlichen Witterung im vergangenen Frühjahr musste die ursprünglich geplante Frühblüherexkursion ausfallen. Ende April organisierte Lothar Wandt eine geführte Wanderung im Nationalpark Hainich, welche leider sehr schlecht besucht war. Ebenfalls von Lothar Wandt wurde, so wie in jedem Jahr, eine thematische Wanderung zum Bärlauch geführt.

Mit etwa 50 Teilnehmern sehr gut besucht war dagegen die von Arne Willenberg geführte Pilzexkursion im Oktober. Scheinbar geht nicht nur Liebe durch den Magen sondern offensichtlich auch das Naturinteresse vieler Menschen. Auf Grund der guten Bedingungen für Pilze im Oktober konnte jeder Teilnehmer reichlich Fruchtkörper für eine üppige Mahlzeit mit nach Hause nehmen.

Ebenfalls für das Publikum sehr attraktiv waren wieder der öffentliche Vogelfang und die Beringung von Kleinvögeln, welche von Andreas und Babara Goedecke im September organisiert und durchgeführt wurden.

Im Juli organisierten Reinhardt Koch und Ralf Peiler im Rahmen der „Europäischen Fledermausnacht“ in Deuna einen Fledermausbeobachtungsabend. Mit Hilfe von Infrarotkameras und einem Monitor konnte das interessierte Publikum an der Wasserburg in Deuna Fledermäuse in der Wochenstube beobachten.

Exkursionen und Fachvorträge zu ökologischen Fragen, vor allem zum Gartenbau nach ökologischen Gesichtspunkten, wurden wieder vom Schaugarten Schönhagen organisiert und durchgeführt.

Im Juni führten wir, nun schon zum vierten Mal einen öffentlichen Eichsfelder Tag der Artenvielfalt durch. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Eichsfelder Fachgruppe Ornithologie boten wir 24 Stunden lang interessierten Menschen thematische Exkursionen rund um Schönhagen an und erfassten mit den verschiedenen feldbiologischen Methoden die Fauna und Flora des Gebietes. Dazu gab es eine Lichtfangaktion zur Erfassung und Beobachtung nachtaktiver Insekten, mehrere botanische Wanderungen, Vogelstimmen- und Vogelbeobachtungsexkursionen und am Abend einen Vortrag zu Fledermäusen und eine Fledermausexkursion. Leider waren die Beteiligung und das Interesse an dieser Veranstaltung nur gering, was hinsichtlich des enormen organisatorischen Aufwands sehr bedauerlich ist.

Andreas Steinert und Lothar Wandt betreuten im vergangenen Jahr einen Informationsstand beim Frühlingsfest in Worbis. Hier wurde das Eichsfelder Schwalbenprojekt vorgestellt, über unseren Verein und unsere Arbeit berichtet sowie mit interessierten Besuchern über konkrete Naturschutzprobleme diskutiert. Am Bauernmarkt in Kallmerode nahmen wir im vergangenen Jahr nicht teil.

Öffentlichkeitswirksam, d.h. unter Einbeziehung der Tagespresse, wurden vom NABU-Obereichsfeld e.V. unter der Regie von Andreas Steinert und Lothar Wandt „Schwalbenfreundliche Häuser“ bzw. deren Besitzer und Bewohner ausgezeichnet, so u. a. der REWE-Markt in Teistungen und das Alterspflegeheim in Niederorschel.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dient dazu, um die junge Generation für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren. Diese Arbeit ist heutzutage eine der wichtigsten Naturschutzmaßnahmen überhaupt, sind doch die Kinder –und Jugendlichen die Entscheidungsträger von morgen! Auch das Überleben des NABU-Obereichsfeld e.V. hängt im Wesentlichen davon ab, ob es uns gelingt, Kinder und Jugendliche für unseren Verein zu gewinnen. Laut der Mitgliederstatistik gibt es in unserem Verein nur 20 Mitglieder, die jünger als 28 Jahre alt sind, somit also automatisch zur NAJU gehören, dem Jugendverband des NABU.

Viele unserer erwachsenen Vereinsmitglieder sind sich dessen bewusst und beziehen Kinder und Jugendliche selbstverständlich in ihre eigene Naturschutzarbeit mit ein. So waren auch im vergangenen Jahr wieder ganz junge Menschen beim Auf- und Abbau der Amphibienschutzzäune sowie bei deren Betreuung dabei.

Zeitlich begrenzte Aktionen, Exkursionen, Vorträge oder Projekte wurden in bzw. für verschiedene Kindereinrichtungen angeboten und durchgeführt, so von Arne Willenberg zum Wolf und zum Luchs sowie zum Thema Wald.

Nach wie vor besucht Arne Willenberg einmal wöchentlich für 2 Stunden die Freie integrative Schule in Beuren und „unterrichtet“ Naturkunde. Dieser Unterricht findet in der Regel draußen statt und bedeutet praktisch das Beobachten und Dokumentieren der Tiere und Pflanzen in der Umgebung von Beuren, hauptsächlich in der Leineaue. Außerdem betreuen die Kinder unter Anleitung einige selbstgebaute Nistkästen. Als Vertreter des NABU-Obereichsfeld e.V. unterstützte Arne Willenberg die Bewerbung dieser Schule um den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“. Im September wurde diese Schule mit diesem Titel ausgezeichnet.

Der NABU-Obereichsfeld e.V., in Vertretung von Arne Willenberg, unterstützte die 9. Klasse der Regelschule „Johann Wolf“ aus Dingelstädt bei ihrem Projekt „Schatzkammer“. In diesem Projekt ging es den Schülern darum, die Natur rund um den Riethpark mit allen Sinnen zu erfassen und darzustellen. Die Ergebnisse des Projekts wurden im Juli einem breitem Publikum präsentiert.

Für ein verlängertes Juliwochenende bereiteten Lothar Wandt und Arne Willenberg ein naturkundlich orientiertes Camp für Kinder und Jugendliche vor, welches auf dem Gelände unseres NABU-Hauses stattfinden sollte. Dazu wurde in der Tagespresse geworben. Leider gab es zu wenige Anmeldungen, so dass das Vorhaben nicht realisiert werden konnte. Die Namen der Interessenten sind aber für den kommenden Sommer vorgemerkt.

Im vergangenen Jahr endete das seit September 2010 durchgeführte „Eichsfelder Schwalbenprojekt“, welches im Auftrag des NABU Obereichsfeld e.V. hauptsächlich von Manuel Gebauer und Andreas Steinert bearbeitet wurde. Inhalt des Projektes waren zum einen Artenschutzbelange, welche die Rauch- und die Mehlschwalbe betreffen. Darüber hinaus wurde das Projekt unter Einbeziehung von Schülern bearbeitet, weshalb es einen Beitrag zur Sensibilisierung von Jugendlichen für Arten- und Naturschutz leisten konnte.

Beteiligung unseres Verbandes an Verfahren, welche den Naturschutz betreffen

Nach dem §45 des Thüringer Naturschutzgesetzes und des §63 des Bundesnaturschutzgesetzes hat auch der Landesverband Thüringen das Recht, sich an Verfahren zu beteiligen, welche die Belange des Naturschutzes und des Umweltschutzes betreffen. In der Regel handelt es sich dabei um Bauplanungen. Der Landesverband gibt diese Aufgaben meistens an die Regionalgruppen weiter, in welchen vom Landesverband Beauftragte die Bearbeitung übernehmen. Für das Gebiet des Landkreises Eichsfeld wurde Arne Willenberg vom Vorstand des Landesverbandes bevollmächtigt, im Sinne der oben genannten Gesetzesparagraphen tätig zu werden. Von März 2013 bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurden von ihm u. a. folgende Verfahren geprüft und gegebenenfalls Stellungnahmen abgegeben:

Im Auftrag des NABU-Landesverbandes nahm Arne Willenberg an der von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie organisierten „Gewässerwerkstatt Ohne“ teil, auf welcher Maßnahmen zur Erreichung eines „guten ökologischen Zustand“‘s des Fließgewässers diskutiert wurden.

Kritik übte und übt der NABU-Obereichsfeld e.V. an der geplanten weiteren Neutrassierung der B247 und steht dazu im engen Kontakt mit dem BUND und den Grünen aus den Landkreisen Göttingen und Eichsfeld. Der NABU Obereichsfeld unterstützte die Beauftragung eines unabhängigen Planungsbüros, welches die Notwendigkeit und den Nutzen der Neutrassierung erneut prüfte und im Ergebnis deutliche Widersprüche zu den in den 1990ger Jahren erfolgten Untersuchungen feststellen konnte.

Eingaben bzw. Anzeigen erstattete der Vorstand des NABU-Obereichsfeld e.V. u. a. zu einem illegalen Fallenfang von Greifvögeln, unverständlichen Baumrodungen an der Hahle sowie in einem Rechtsstreit um einen Baum in Wehnde.

Vor allem von unserem Mitglied Ekbert Klingebiel wurden wiederholt offensichtliche Mängel bei der Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur A38 festgestellt. Entsprechend wurden vom Vorstand Nachfragen und Eingaben bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises getätigt. Unterm Strich gibt auch die UNB Defizite bei den A- und E-Maßnahmen zu, verweist aber auf die Zuständigkeit der Oberen Naturschutzbehörde in dieser Sache. Um hier voranzukommen, hat der Vorstand ganz aktuell die Prüfungen der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen an der A38 im LK Eichsfeld auf seinem Arbeitsprogramm, um im Anschluss alle festgestellten Mängel bei der Oberen Naturschutzbehörde des Landes Thüringen anzuzeigen. Das soll in den nächsten Wochen passieren!

Ganz aktuell bezieht der NABU-Obereichsfeld e.V. wieder Position zum geplanten Radwegebau zwischen Martinfeld und Ershausen.

Fachgruppen im NABU Obereichsfeld

Um die vielen Aufgaben des NABU-Obereichsfeld e.V. effektiver zu organisieren und auf mehr Schultern zu verteilen, wurden bereits 2011 Fachgruppen gegründet. Diese Fachgruppen sollen darüber hinaus den Beitritt zum NABU für nur an bestimmte Themen interessierte Menschen attraktiver machen.

Leider gestaltete sich die Fachgruppenarbeit bisher nicht so wie geplant.

Für die Fachgruppe Herpetologie, welche als Ziel die Erforschung der Herpetofauna, also der Lurche und Kriechtiere im Eichsfeldkreis hat und darüber hinaus den jährlichen Amphibienschutz koordinieren soll, gibt es seit der Aufgabe dieses Postens durch Manuel Gebauer keinen Leiter mehr und somit auch keine Aktivitäten.

Die Fachgruppe Baumschutz setzt sich mit stadtökologischen Fragen in der Stadt Leinefelde-Worbis auseinander und engagiert sich für die Stadtbäume. Leider fehlt auch hier die erhoffte Resonanz für eine Mitarbeit. Von den Stadtplanern werden die Gruppe und damit der NABU mittlerweile aber so ernst genommen, dass Arne Willenberg im Vorfeld von geplanten Baumfällungen meistens darüber informiert wird.

Die Fachgruppe Botanik, die von Arne Willenberg geleitet wird, will an die im 19. und 20. Jahrhundert im Eichsfeld betriebene traditionsreiche botanische Forschung anknüpfen. Neben der Erfassung und Kartierung der Flora und der Vegetation sieht die Fachgruppe auch den botanischen Artenschutz sowie den Schutz wertvoller Vegetationsformen als wichtige Aufgaben an. Leider ist aber auch hier die Bereitschaft zur Mitarbeit gering.

Weitere Projekte der letzten 12 Monate

Seit Anfang des Jahres 2012 läuft das Eichsfelder Steinkauzprojekt Projektträger, für welches NABU-Obereichsfeld e.V. als Projektträger fungiert. 2013 wurde das Projekt fortgeführt. Neben dem NABU-Obereichsfeld e.V. sind an diesem Projekt verschiedene weitere Institutionen beteiligt.

Uwe Lagemann aus Tastungen leitet das Projekt. Von ihm stammt ein ausführlicher Projektbericht, welcher diesem Rechenschaftberich angehängt ist. 2013 wurden 3 Steinkauzpaare ausgewildert. In der Voliere in Tastungen warten gegenwärtig 5 Steinkauzpaare auf die Auswilderung 2014.

Die Finanzierung des Steinkauzprojektes erfolgte auch 2013 ausschließlich über Spenden.

Vom Bauamt Leinefelde wurde der Gemeinde Wintzingerode vorgeschlagen, als eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme das Trafo-Häuschen in Wintzingerode zum Zweck des Artenschutzes für gebäudebewohnende Tierarten zu erhalten und entsprechend umzubauen. Da es aus der Gemeinde Widerstand gegen ein solches Projekt gab, wurde der NABU Obereichsfeld e.V. um fachliche Unterstützung ersucht. Arne Willenberg trat deshalb im März auf der Versammlung des Dorferneuerungsrates in Wintzingerode auf, um die Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes zu erklären. Dabei sicherte er der Gemeinde auch die zukünftige fachliche Unterstützung durch den NABU Obereichsfeld e.V. zu. Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich 8 Gemeindemitglieder für und 2 Gemeindemitglieder gegen das Projekt aus, so dass als Ergebnis das Trafohäuschen für den Artenschutz erhalten und umgebaut wird.

Von Lothar Wandt wurde im Eichsfeldkreis auch die Umsetzung des bundesweit laufenden NABU-Projekts „Lebensraum Kirchturm“ vorbereitet, welches dazu dient, Lebensräume für gebäudebewohnende Tierarten in Kirchen zu erhalten und neu zu schaffen. Es gab aber Probleme mit einem Referenzobjekt. In diesem Jahr wird daran weiter gearbeitet.

Pressearbeit

Pressearbeit ist wichtig und soll mehrere Funktionen erfüllen:

So ist sie eine wichtige Form der Öffentlichkeitsarbeit. Über die Tageszeitung machten wir auch im vergangenen Jahr wieder auf die Aktionen unseres Regionalverbandes aufmerksam und luden Interessierte zu unseren Veranstaltungen ein. Es gab zu allen unseren Vorträgen und Exkursionen Pressemitteilungen, welche gleichzeitig auch Sachinformationen zum speziellen Thema beinhalteten.

Weiterhin versuchten wir uns zu aktuellen, den Naturschutz und den NABU betreffenden Themen zu artikulieren sowie auf Meldungen anderer Vereine und Institutionen zu reagieren. Es war uns z. B. sehr wichtig, der enormen Kritik, welches das Großnaturschutzprojekt Grünes Band Eichsfeld in den Medien bekam, mit eigenen Pressebeiträgen sachliche Gegendarstellungen zu veröffentlichen.

Es ist sehr unterschiedlich und vorher schwer kalkulierbar, wie die Tageszeitungen unsere Beiträge wiedergeben. Mal werden diese stark und bis zur Sinnentstellung gekürzt, andere aber auch in voller Länge abgedruckt und sogar noch durch Bilder gestreckt. Besonders am Thema Wolf hatte 2013 die Presse ein so starkes Interesse, dass unsere Beiträge nicht nur vollständig gebracht wurden sondern man uns zusätzlich auch um Interwies bat. Ebenfalls groß war auch das Interesse an Pilzen. Nicht nur für die Ankündigung unserer Exkursion wurde eine halbe Zeitungsseite bedruckt sondern im Nachgang wurde sogar ein ganzseitiger Beitrag mit bunten Bildern gebracht.

Einige wenige unserer Pressebeiträge wurden vom Rundfunk aufgegriffen: Arne Willenberg erhielt, allerdings jedes Mal sehr kurzfristig, die Möglichkeit, im MDR und in der Landeswelle Thüringen Interviews zu geben. Die Themen waren Jagd, unser Tag der Artenvielfalt, der Luchs und der Wolf sowie Pilze.

Interaktionen mit anderen Vereinen und Institutionen

Es gibt seit Jahren zahlreiche positive Beziehungen zwischen unserem NABU-Obereichsfeld e.V. und anderen Vereinen und Institutionen, welche sich mit Tier-, Natur- und Artenschutz, ökologischer Bewirtschaftung, Landschaftspflege oder Umweltbildung beschäftigen. So wurden und werden von unseren Mitgliedern Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen oder Arbeitstreffen war genommen, z. B. der Heinz-Sielmann-Stiftung hinsichtlich der Bearbeitung des „Grünen Bandes“, die LEU-Treffen („Länderübergreifender Erfahrungsaustausch der Umweltpädagogen“) usw..

Mit Andreas Steinert und Arne Willenberg ist der NABU-Obereichsfeld e.V. am einmal jährlich tagenden Runden Tisch Naturschutz des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal vertreten. Arne Willenberg sitzt zudem in der Arbeitsgruppe Naturschutz und Landnutzung sowie im Fachbeirat zum Naturparkplan. In den Naturschutzbeirat des Landkreises Eichsfeld bringt sich der NABU aktiv mit vielen Themen ein. Den Vorsitzenden des Beirats stellt das NABU-Mitglied Arne Willenberg.

Weiterhin gibt es eine engere Zusammenarbeit mit dem Verein Kuhmune in Schönhagen.

Traditionell und bewert ist unser freundschaftliches und kooperatives Verhältnis mit der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld. Viele Naturfreunde sind gleichzeitig Mitglied beider Vereine. Deshalb führten wir auch im vergangenen Jahr wieder viele Aktionen gemeinsam durch.

Darüber hinaus engagieren sich einige unserer Mitglieder auch in anderen Vereinen, wie in der Thüringer botanischen Gesellschaft, im Verein für Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen sowie in der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen, was vielfältige Synergien fördert.

Beteiligung an überregionalen NABU-Aktivitäten

Der NABU-Bundesverband rief im vergangenen Jahr wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ auf. Mit entsprechenden Presseartikeln und Flyerverteilung machten wir Werbung für diese Aktion.

Ebenfalls machten wir durch Flyerverteilung Werbung für die Aktion „Stunde der Wintervögel“

Weiterhin wurde das Sammeln von Handys und Korken fortgeführt. Für jedes gesammelte Handy erhält der NABU 3 Euro für das Renaturierungsprojekt Untere Havel. Korken, die ja aus der Borke der Korkeiche hergestellt werden, werden zerschrotet und dann als Dämmmaterial verwendet. Damit können Korkeichenbestände00 geschont werden.

Die NABU-Initiative „Willkommen Wolf“, welche dem Schutz der Wölfe in Deutschland dient, ist auf die Aktivitäten von Wolfsbotschaftern angewiesen. In den Reihen unseres NABU-Vereins gibt es bisher nur einen Wolfsbotschafter, Arne Willenberg, der seine Aufgabe darin sieht, über das Wildtier Wolf sachlich korrekt aufzuklären.

Unsere Fledermausbearbeiter Reinhard Koch und Ralf Peiler arbeiten am bundesweiten Monitoring zum Großen Mausohr mit.

Die Thüringer Fledermausnacht fand im vergangenen Jahr am Stausee Berga-Kelbra statt und wurde von unseren Mitgliedern Rainhard Koch und Ralf Peiler mit gestaltet.

Mitglieder unseres Vereins beteiligten sich wieder aktiv an der Mittwinter-Wasservogelzählung, dem wohl ältesten und umfangreichsten Erfassungsprogramm der Vogelwelt hierzulande.

Vereinsleben

Traditionell trafen wir uns wieder zum Sommerfest. Bei Kaffee und Kuchen sowie Leckereien vom Grill ließen wir es uns gut gehen.

Anfang Januar 2014 luden wir zum Neujahrestreffen ein. Neben einem Bildervortrag über die Lebewesen des Jahres 2014 stand auch hier die Gemütlichkeit im Vordergrund.

Eine Chronik unseres Vereinslebens wird seit vielen Jahren von Christina Heerda geführt.