Rechenschaftsbericht

Laut des Mitgliedschaftsreports, der den Zeitraum vom 13.03.2014 - 09.10.2014 berücksichtigt, hatte unser Verein im Oktober 2014 346 aktive Mitglieder. In diesem angegebenen Zeitraum trat eine Person aus dem Landkreis dem NABU bei und wurde somit Mitglied des NABU-Obereichsfeld. Des Weiteren konnten 5 Zugänge verzeichnet werden, d.h. 5 NABU-Mitglieder, welche bisher anderen Regionalverbänden angehörten, sind zum NABU-Obereichsfeld gewechselt. Es gab 7 Austritte. In zwei Fällen sind die Mitglieder verstorben, in einem Fall wurden als Austrittsgrund Finanzprobleme und in einem weiteren Fall wurde als Austrittsgrund das Alter angegeben.

Im Herbst bis in die Vorweihnachtszeit warben Mitarbeiter des Unternehmens Wesser insgesamt 109 neue Mitglieder für den NABU-Obereichsfeld, so dass die Gesamtmitgliederzahl zum Jahresende bei 454 lag.

Seit 5 Jahren wird der NABU-Obereichsfeld e.V. vom gegenwärtigen Vorstand geführt, mit Thomas Keppler als Schriftführer und Verantwortlichen für die Internetseite, Andreas Steinert als Verantwortlichen für die Finanzen, Grit Bierwisch und Lothar Wandt als die beiden Stellvertreter des Vorsitzenden und Arne Willenberg als Vorsitzenden.

Dieser Vorstand wurde auf der Mitgliederversammlung im November 2012 erneut gewählt.

Der Dank des Vorstandes gilt allen, die die Vorstandsarbeit unterstützt und durch konstruktive Kritik beraten haben. Etwa einmal pro Monat traf sich der Vorstand zur Sitzung. In den meisten Fällen waren alle Vorstandsmitglieder anwesend, hinzu kamen oft auch Gäste, z. B. der Leiter der FG Ornithologie Eichsfeld, Hans Bernd Hartmann, was die enge Verbundenheit und Zusammenarbeit zwischen der FG und dem NABU-Obereichsfeld e.V. unterstreicht sowie Eva Händly. Auf diesen Vorstandsitzungen wurden die gerade aktuell anstehenden Aufgaben besprochen sowie Aktionen vorbereitet.

Im Folgenden werden die Aktivitäten unseres NABU-Regionalverbandes im Jahr 2014 thematisch, d.h. nicht chronologisch, reflektiert.

Konkrete Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege

Gemäß dem Zuwendungsvertrag zwischen dem TLVA und dem NABU-Obereichsfeld e.V. fanden im Frühjahr 2014 wieder Amphibienschutzmaßnahmen während der Laichzeit an Straßen im Landkreis statt. Dazu wurden insgesamt etwa 3000 m Amphibienschutzzäune an 8 Standorten aufgebaut, mit entsprechenden Fangeimern versehen und über die Wanderzeit von Aktiven aus unserem Verein aber auch von Nicht-NABU-Mitgliedern betreut. Diese Standorte befanden sich bei Jützenbach, Brehme, Breitenbach, Birkungen, Reifenstein Landstraße und am Hotel sowie bei Ferna.

Nachdem wir uns in den vergangenen zwei Jahren darum bemüht hatten, einen Hauptverantwortlichen für den Amphibienschutz zu finden, allerdings keine Person dieser Aufgabe länger als eine Saison gerecht werden konnte, lag 2014 die Koordinierung und Organisation der Amphibienschutzmaßnahmen in den Händen des Vorstandes.

Im Vorfeld dieser Amphibienschutzaktionen wurde im Februar ein Arbeitstreffen für die aktiven Amphibienschützer sowie weitere Interessierte organisiert, bei welchem die Unterscheidung der Lurcharten geübt sowie die Methodik und die Technik der Amphibienschutzaktionen an Straßen erklärt wurden. Zu dieser Veranstaltung wurde zusätzlich über die Presse eingeladen, um auch neue Akteure und Unterstützer im Amphibienschutz zu gewinnen, leider blieb eine positive Resonanz weitestgehend aus.

Unsere Vereinsmitglieder Ralf Peiler und Reinhard Koch betreuten im Auftrag der „Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen“ und mit Unterstützung des NABU-Obereichsfeld wieder 7 Fledermauswochenstuben sowie Fledermauswinterquartiere im LK Eichsfeld. Von ihnen betreute Kastenreviere gibt es bei Weißenborn, welches vom Braunen Langohr besetzt ist und im Birkunger Wald, mit dem Kleinen Abendsegler. Für letzteres gibt es ein Beringungsprogramm.

Rainer Hanke ist seit Jahren als Fachberater für Hornissenschutz im Einsatz und bietet seine Kenntnisse und seinen Service nicht nur im Eichsfeld sondern auch in den benachbarten Landkreisen an. So leitete er eine Veranstaltung zur Schulung von Biologielehrern in Mühlhausen.

Leo Hunold war wieder unermüdlich in der Herstellung und im Aushängen von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse aktiv. In Eigeninitiative baute er 5 60 x 70 cm große Kästen bestückt mit verschiedenem Nistmaterial für Insekten, sogenannte Insektenhotels sowie Hummelnester, die an geeigneten Stellen aufgestellt wurden. Gemeinsam mit Wilhelm Roth ersetzte er in der Altstädter Kirche in Heiligenstadt 16 in die Jahre gekommene Dohlennistkästen durch neue. Diese neuen Kästen lassen sich durch eine klug ersonnene Konstruktion auch besser reinigen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Wilhelm Roth das Zugangsrecht zu dieser Dohlenkolonie erstritten hat, was für die Betreuung der Kolonie notwendig ist.

Andreas Goedecke und Cliff Riesmeier waren wieder als Vogelberinger aktiv.

Nachdem 2013 die Pflege der Wiese am Schafteich bei Reifenstein ausgesetzt wurde, erfolgte im November 2014 wieder eine Mahd, welche, regelmäßig durchgeführt, zum Erhalt der Wiesenvegetation mit Orchideenvorkommen (Fuchsige Kuckucksblume) unbedingt notwendig ist. An dem besagten Arbeitseinsatz beteiligten sich Rainer Hanke, Lothar Wandt, Eva Händly, Arne Willenberg und weitere Naturfreunde aus Reifenstein.

Die Feuchtwiese, welche sich unterhalb des Sonnensteins befindet, wurde im Oktober 2014 von Leo Hunold, Lothar Wandt, Reinhard Koch und Thomas Keppler ebenfalls wieder gemäht. Hier dient diese Pflege dem Erhalt einer selten gewordenen Feuchtwiesen- und Quellmoorvegetation, ebenfalls mit Orchideenvorkommen.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit läuft heutzutage zum Großteil über das Internet. Eine gut gepflegte Web-Seite dient als wichtige Informationsquelle zu einem Verein, bietet Kontaktdaten und kann zum Mitmachen einladen. Die Web-Seite des NABU Obereichsfeld e.V. wurde und wird von Thomas Keppler bearbeitet und regelmäßig aktualisiert. Die Termine zu unseren Aktionen, Veranstaltungen und unserem Vereinsleben werden von Thomas Keppler per Google-Kalender gepflegt und sind so auf unserer Homepage zu finden. Zudem sind sie als ics-Datei abrufbar und können so in Kalenderprogramme wie z.B. Mozilla Sunbird und Lightning, Evolution oder Outlook eingefügt werden. Sie sind so auch auf Smartphones abrufbar.

Für die Eigenwerbung des NABU-Obereichsfeld e.V. wurden 2014 von Lothar Wandt und Andreas Steinert die Flyer überarbeitet und aktualisiert.

Unser NABU organisierte verschiedene öffentliche Fachvorträge, zu welchen jeweils u. a. in der Tagespresse eingeladen wurde. Neben dem bereits erwähnten Vortrag zur Biologie und dem Schutz der heimischen Amphibienarten im Februar, referierte Arne Willenberg im Juni beim „Tag der Rose“ in Großbodungen über die Orchideenflora des Eichsfeldes und stellte nebenbei die Arbeit des NABU-Obereichsfeld vor. Den gleichen Vortrag hielt Arne Willenberg noch einmal im November im NABU-Haus in Reifenstein.

Ebenfalls im November sprach Arne Willenberg über die Biologie des Wolfes und seine Rückkehr nach Thüringen.

Im Oktober sprach Arne Willenberg über Pilze, wobei in diesem Vortrag weniger der Speisewert dieser Organismen als vielmehr deren Biologie und Ökologie sowie der Natur- und Artenschutzaspekt behandelt wurden.

Neben diesen öffentlichen Vorträgen des NABU-Obereichsfeld, wurde Arne Willenberg im Februar als Referent des NABU eingeladen, um vor Naturfreunden in Heiligenstadt über Amphibien und Amphibienschutz zu sprechen. Im Mai hielt er vor einem Eichsfelder Seniorenclub einen Vortrag über den Steinkauz und das Projekt zur Wiederansiedlung dieser kleinen Eule im Eichsfeld.

So wie die genannten Vorträge waren auch die Exkursionen des NABU-Obereichsfeld e.V. öffentlich. Dazu wurde ebenfalls in der Tagespresse eingeladen.

Unser Wanderleiter und Naturführer Heinz–Wilfried Kolle organisierte und leitete eine Exkursion im April zum Mittelberg im Ohmgebirge. Ziel war das Vermitteln von Kenntnissen zu den im Frühjahr vorkommenden Pilzarten und Frühblühern. Ebenfalls von Heinz-Wilfried Kolle organisiert und geleitet wurde im Juni eine Exkursion zum Langenberg im Ohmgebirge, bei welcher Orchideen im Vordergrund der Betrachtungen standen.

Im Mai lud der NABU-Obereichsfeld zu der von Lothar Wandt organisierten Busfahrt nach Leutra ein. Neben der Besichtigung des dortigen NABU-Zentrums und der historisch interessanten Kirche, war die geführte Exkursion zu den Orchideenstandorten für alle 30 naturliebenden Teilnehmer ein Erlebnis.

Ebenfalls im Mai führte Arne Willenberg eine Exkursion in die Kefferhäuser Struth, bei der die Vegetation des feuchten Grünlandes einem interessierten Publikum vorgestellt wurde.

Die Exkursionen im Herbst widmeten sich vor allem den Pilzen. Im September führte Heinz-Wilfried Kolle Pilzinteressierte ins Lindey. Mit Arne Willenberg als Exkursionsleiter wanderten Pilzliebhaber im Oktober im Gebiet des Zehnsberges. Letztere Exkursion knüpfte an den bereits erwähnten Vortrag an.

Im Juni führten wir, nun schon zum fünften Mal, einen öffentlichen Eichsfelder Tag der Artenvielfalt durch. 2014 war diese Veranstaltung unser Beitrag zum „Langen Tag der Natur“ des NABU Thüringen. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Eichsfelder Fachgruppe Ornithologie boten wir 24 Stunden lang interessierten Menschen thematische Exkursionen rund um Reifenstein an und erfassten mit den verschiedenen feldbiologischen Methoden die Fauna und Flora des Gebietes. Dazu gab es botanische Wanderungen, Vogelstimmen- und Vogelbeobachtungsexkursionen, eine öffentliche Vogelfang- und Beringungsaktion, eine Exkursion zur Fauna des Waldbaches und der Teiche sowie Vorträge zu Hornissen, zu Fledermäusen und eine Fledermausexkursion. Als Referenten und als Organisatoren der einzelnen Veranstaltungen sollen hier genannt werden: Rainer Hanke, Reinhard Koch, Christoph Weinrich, Hans-Bernd Hartmann, Cliff Riesmeier und Arne Willenberg. Leider waren die Beteiligung und das Interesse an unserem Eichsfelder Tag der Artenvielfalt insgesamt nur gering, was hinsichtlich des enormen organisatorischen Aufwands sehr bedauerlich ist.

Leo Hunold und Lothar Wandt betreuten einen Informationsstand beim Frühlingsfest in Worbis. Dabei wurden sie von Wilhelm Roth unterstützt. Themenschwerpunkt war der Schutz von Wildbienen und anderer Insekten durch den Bau von Nisthilfen und sogenannten Insektenhotels. Mit dem interessierten Publikum bastelte Leo Hunold einfache Nisthilfen.

Beim Familienfest auf Gut Herbigshagen im Juni, betreuten Grit Bierwisch und Lothar Wandt den Informationsstand zum NABU-Obereichsfeld.

Am Tag des offenen Denkmals konnten interessierte Menschen auch unser NABU-Haus in Reifenstein besuchen. Andreas Steinert, Lothar Wandt und Thomas Keppler führten durchs Haus und informierten über den NABU-Obereichsfeld.

Am Bauernmarkt in Kallmerode nahmen wir im vergangenen Jahr nicht teil.

Öffentlichkeitswirksam, d.h. unter Einbeziehung der Tagespresse, wurden vom NABU-Obereichsfeld e.V. unter der Regie von Lothar Wandt 5 „Schwalbenfreundliche Häuser“ ausgezeichnet.

Pressearbeit

Pressearbeit ist ebenfalls eine wichtige Form der Öffentlichkeitsarbeit. Über die Tageszeitung machten wir auch 2014 wieder auf die Aktionen unseres Regionalverbandes aufmerksam und luden Interessierte zu unseren Veranstaltungen ein. Es gab zu allen unseren Vorträgen und Exkursionen im Vorfeld Pressemitteilungen, welche gleichzeitig auch Sachinformationen zum speziellen Thema beinhalteten. Im Nachgang wurde über einige der Veranstaltungen ebenfalls berichtet, dies in der Regel auf Initiative der Zeitungen. So gab es u. a. ausführliche und für den NABU-Obereichsfeld öffentlichkeitswirksame Berichte über unseren Tag der Artenvielfalt, über die Pilzexkursion ins Zehnsberggebiet-, über die Orchideenexkursion von Heinz-Wilfried Kolle sowie zum Eichsfelder Steinkauzprojekt.

Es ist immer sehr unterschiedlich und vorher schwer kalkulierbar, wie die Tageszeitungen unsere Beiträge wiedergeben. Mal werden diese stark und bis zur Sinnentstellung gekürzt, andere aber auch in voller Länge abgedruckt und sogar noch durch Bilder gestreckt.

In voller Länge und ohne Bearbeitung erscheinen unsere Beiträge in dem Online-Journal „Eichsfelder Nachrichten“.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dient dazu, die junge Generation für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren. Diese Arbeit ist heutzutage eine der wichtigsten Naturschutzmaßnahmen überhaupt, sind doch die Kinder –und Jugendlichen die Entscheidungsträger von morgen! Auch das Überleben des NABU-Obereichsfeld e.V. hängt im Wesentlichen davon ab, ob es uns gelingt, Kinder und Jugendliche für unseren Verein zu gewinnen. Laut der Mitgliederstatistik gibt es in unserem Verein nur 18 Mitglieder, die jünger als 27 Jahre alt sind, somit also automatisch zur NAJU gehören, dem Jugendverband des NABU.

Viele unserer erwachsenen Vereinsmitglieder sind sich dessen bewusst und beziehen Kinder und Jugendliche selbstverständlich in ihre eigene Naturschutzarbeit mit ein. So waren auch im vergangenen Jahr wieder ganz junge Menschen beim Auf- und Abbau der Amphibienschutzzäune sowie bei deren Betreuung dabei.

Nach wie vor besucht Arne Willenberg einmal wöchentlich für 2 Stunden die Freie integrative Schule in Beuren und „unterrichtet“ Naturkunde. Dieser Unterricht findet in der Regel draußen statt und bedeutet praktisch das Beobachten und Dokumentieren der Tiere und Pflanzen in der Umgebung von Beuren, hauptsächlich in der Leineaue. Außerdem betreuen die Kinder unter Anleitung einige selbstgebaute Nistkästen. Es wurden Projekttage im Wald und ein „Unterricht am Amphibienschutzzaun“ durchgeführt. Als Vertreter des NABU-Obereichsfeld e.V. unterstützte Arne Willenberg somit die Bewerbung dieser Schule um den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule". Im September wurde die Schule zum 2. Mal mit diesem Titel ausgezeichnet.

Im Juni führte Arne Willenberg Kinder und Jugendliche des Ju-Jutsu-Vereins von Leinefelde auf einer Exkursion entlang der Unstrut in Dingelstädt und erklärte die Fauna und Flora.

Rainer Hanke brachte auf einer Veranstaltung im Frühjahr den Schülern und Lehrern der Schule in Niederorschel die Welt der Bienen, Hornissen und Wespen näher.

Für ein verlängertes Juliwochenende bereiteten Lothar Wandt und Arne Willenberg ein naturkundlich orientiertes Camp für Kinder und Jugendliche vor, welches auf dem Gelände unseres NABU-Hauses stattfinden sollte. Dazu wurde in der Tagespresse sowie konkret an zwei Schulen geworben. Leider gab es zu wenige Anmeldungen, so dass das Vorhaben nicht realisiert werden konnte.

Unterstützung fanden Schüler vom Gymnasium Heiligenstadt durch den NABU-Obereichsfeld bei der Vorstellung ihrer Projektarbeit zum Thema Streuobstwiesen, indem das NABU-Haus für den Abschlussvortrag zur Verfügung gestellt wurde. Lothar Wandt und Arne Willenberg waren anwesend und konnten mit den Schülern und den Pädagogen sowohl zum Thema als auch zum Naturschutz und dem NABU sprechen.

Im August fand wieder ein Fledermauscamp der NAJU in Martinfeld statt, welches maßgeblich von Reinhard Koch organisiert und durchgeführt wird. 16 Jugendliche nahmen daran teil, darunter zwei aus dem Landkreis Eichsfeld.

Beteiligung unseres Verbandes an Verfahren, welche den Naturschutz betreffen

Nach dem §45 des Thüringer Naturschutzgesetzes und des §63 des Bundesnaturschutzgesetzes hat auch der Landesverband Thüringen das Recht, sich an Verfahren zu beteiligen, welche die Belange des Naturschutzes und des Umweltschutzes betreffen. In der Regel handelt es sich dabei um Bauplanungen. Der Landesverband gibt diese Aufgaben meistens an die Regionalgruppen weiter, in welchen vom Landesverband Beauftragte die Bearbeitung übernehmen. Für das Gebiet des Landkreises Eichsfeld wurde Arne Willenberg vom Vorstand des Landesverbandes bevollmächtigt, im Sinne der oben genannten Gesetzesparagraphen tätig zu werden. 2014 wurden von ihm u. a. folgende Verfahren geprüft:

Kritik übte und übt der NABU-Obereichsfeld e.V. an der geplanten weiteren Neutrassierung der B247 und steht dazu im engen Kontakt mit dem BUND und den Grünen aus den Landkreisen Göttingen und Eichsfeld.

2014 erfolgte der in der Vergangenheit aus Naturschutzgründen umstrittene Bau des Radweges zwischen Ershausen und Martinfeld. Der NABU-Obereichsfeld forderte erneut schriftlich die Einhaltung der vorgezogenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, nachdem die betreffenden Gemeinden aus Kostengründen ihren Unwillen dazu bekundeten.

Eingaben bzw. Anzeigen erstattete der Vorstand des NABU-Obereichsfeld e.V. u. a. zu

Von unserem Mitglied Ekbert Klingebiel wurden wiederholt offensichtliche Mängel bei der Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur A38 festgestellt. Entsprechend wurden vom Vorstand Nachfragen und Eingaben bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises getätigt. Unterm Strich gibt auch die UNB Defizite bei den A- und E-Maßnahmen zu, verweist aber auf die Zuständigkeit der Oberen Naturschutzbehörde in dieser Sache. Um hier voranzukommen, hatte sich der Vorstand ganz aktuell die Prüfungen der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen an der A38 im LK Eichsfeld für 2014 vorgenommen, um im Anschluss alle festgestellten Mängel bei der Oberen Naturschutzbehörde des Landes Thüringen anzuzeigen. Dieses zeit- und arbeitsintensive Vorhaben wurde nur zum geringen Teil bearbeitet. Es konnte bisher lediglich eine stichprobenartige Prüfung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Autobahnbereich zwischen Gernrode und Worbis vorgenommen werden. Dies ist zumindest ein Anfang. 2015 sollen weitere Prüfungen erfolgen!

Fachgruppen im NABU Obereichsfeld

Um die vielen Aufgaben des NABU-Obereichsfeld e.V. effektiver zu organisieren und auf mehr Schultern zu verteilen, wurden bereits 2011 Fachgruppen gegründet, so Herpetologie, Baumschutz und Botanik. Diese Fachgruppen sollten darüber hinaus den Beitritt zum NABU für nur an bestimmte Themen interessierte Menschen attraktiver machen. Eine wirkliche Fachgruppenarbeit hat sich leider nicht entwickelt, sei es, weil es zu wenige Interessenten gibt oder auf Grund des Fehlens geeigneter Leitungspersönlichkeiten.

Weitere Projekte 2014

Seit Anfang des Jahres 2012 läuft das Eichsfelder Steinkauzprojekt, für welches NABU-Obereichsfeld e.V. als Projektträger fungiert. 2014 wurde das Projekt fortgeführt. Neben dem NABU-Obereichsfeld e.V. sind an diesem Projekt verschiedene weitere Institutionen, Vereine und Einzelpersonen beteiligt, wie die Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Uwe Lagemann aus Tastungen leitet das Projekt. Von ihm stammt ein ausführlicher Projektbericht, welcher diesem Rechenschaftberich angehängt ist. 2014 wurden 6 Steinkauzpaare ausgewildert. Eins dieser Steinkauzpaare reproduzierte erfolgreich. Drei Jungkäuze wurden in Freiheit aufgezogen und flogen aus, nachdem sie von Andreas Goedecke beringt wurden.

Die Finanzierung des Steinkauzprojektes erfolgte auch 2014 ausschließlich über Spenden.

Obwohl die Finanzierung des Eichsfelder Schwalbenprojets bereits 2013 auslief, wird dieses weiterhin durch Andreas Steinert betreut.

Im Rahmen der Ausgleich- und Ersatzmaßnahme für die Aufstellung einer Windkraftanlage in Dingelstädt durch die Eichsfeldwerke erhielt das Schwalbenprojekt 2014 über die UNB 20 Rauchschwalbennisthilfen und 10 Mehlschwalbendoppelnester zur Verteilung an interessierte Hauseigentümer. Andreas Steinert kümmerte sich um die Verteilung. Außerdem vermittelte das Projekt die Aufstellung eines weiteren Schwalbenhauses in Kirchgandern durch die dortige Gemeinde.

Das von einer Erbengemeinschaft dem NABU-Obereichsfeld bereits 2013 zur Schenkung angebotene Grundstück bei Wachstedt konnte nach längeren Recherchen unter aktiver Hilfe von Eduard Fritze aus Wachstedt in seiner Existenz nicht bestätigt werden. Aus diesem Grund gab der NABU-Obereichsfeld sein Interesse daran auf.

Zwischen Breitenworbis und Ascherode wurde dem NABU-Obereichsfeld eine Streuobstwiese zur Schenkung angeboten. Bei einer gemeinsamen Begehung von Lothar Wandt und Arne Willenberg mit Vertretern der Erbengemeinschaft wurden die ursprünglichen Schenkungsabsichten revidiert. Lothar Wandt und Arne Willenberg legten dar, wie der NABU die Streuobstwiese für den Naturschutz nutzen und pflegen würden. Daraufhin wurde die die Option einer Verpachtung an den NABU favorisiert. Allerdings sollte noch die nicht anwesenden Erben befragt werden. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Von der UNB wurde angeregt, dass der NABU-Obereichsfeld ein Waldgrundstück von ca. 4 ha bei Uder kauft, damit es aus der Nutzung genommen wird. Der Vorstand des NABU Obereichsfeld führten eine Begehung und eine noch unvollständige Bestandserfassung der Flora und Vegetation durch. Dabei konnte der hohe naturschutzfachliche Wert des Trockenwaldes bestätigt werden. Allerdings ist der NABU-Obereichsfeld finanziell nicht in der Lage, diesen Kauf zu tätigen. Deshalb wurde Unterstützung gesucht. Sowohl Naturefund e.V. als auch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe haben ihre Unterstützung bzw. ihre Kaufabsichten zugesagt, vorausgesetzt, dass der Preis noch etwas minimiert werden kann.

Die Leineaue bei Beuren, in welcher der NABU-Obereichsfeld seit 2013 Grundstücke betreut, gehört zu den wertvollsten Biotopkomplexen im Landkreis Eichsfeld. Obwohl es sich formell um nach dem Bundesnaturschutzgesetz um geschützte Biotope handelt, ist aus Sicht des Vorstandes die Notwendigkeit gegeben, einen eindeutigen Schutzstatus für das Gebiet inklusive eines Pflege- und Entwicklungskonzepts zu schaffen. Dies wurde bei der UNB angeregt. Im Naturschutzbeirat des Landkreises stellte Arne Willenberg das Gebiet vor und erörterte die hohe Wertigkeit für die Fauna und Flora. Außerdem leitete er eine Exkursion des Naturschutzbeirats in die Aue. Obwohl die UNB von der Bedeutung des Gebietes überzeugt werden konnte, verhält sie sich noch zögerlich hinsichtlich einer Unterschutzstellung. Der NABU-Obereichsfeld wird an dieser Sache dran bleiben!

Auf dem Bornberg im Ohmgebirge existiert eine interessante Waldformation mit sehr alten in früheren Zeiten geschneitelten Hainbuchen. Diese alten Bäume mit Höhlungen sind potentielle Lebensräume für viele Tierarten, drohen aber auf Grund fehlender Pflege auseinander zu brechen. Des Weiteren ist dieser Waldbestand einer Vegetationsform zu zu ordnen, wie sie sonst nur selten und dann nur kleinflächig im Eichsfeld vorkommt, mit wärme- und lichtliebenden Florenelementen. Nach einer gemeinsamen Begehung des Gebietes durch Lothar Wandt, Arne Willenberg und Herrn Hübenthal von der UNB, erarbeitete Arne Willenberg im Auftrag des NABU Obereichsfeld und auf Empfehlung der UNB eine Projektskizze für das Gebiet mit dem Ziel einer umfassenden botanischen und faunistischen Analyse und eines Pflege- und Entwicklungskonzepts für die alten Schneitelbäume. In der Vegetationszeit 2014 konnte das Projekt jedoch nicht mehr starten. Der NABU Obereichsfeld wird aber weiter dran bleiben.

Von Lothar Wandt wurde im Eichsfeldkreis die Umsetzung des bundesweit laufenden NABU-Projekt „Lebensraum Kirchturm“ weiter forciert. Das Projekt soll dazu dienen, Lebensräume für gebäudebewohnende Tierarten in Kirchen zu erhalten und neu zu schaffen. Alle Kirchengemeinden des Landkreises Eichsfeld wurden in einem Schreiben über das Projekt informiert und zur Mitarbeit aufgefordert. Lediglich zwei Pfarrer zeigten mit ihrer Rückmeldung Interesse am Projekt.

Interaktionen mit anderen Vereinen und Institutionen

Es gibt seit Jahren zahlreiche positive Beziehungen zwischen unserem NABU-Obereichsfeld e.V. und anderen Vereinen und Institutionen, welche sich mit Tier-, Natur- und Artenschutz, ökologischer Bewirtschaftung, Landschaftspflege oder Umweltbildung beschäftigen. So wurden und werden von unseren Mitgliedern Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen oder Arbeitstreffen war genommen, z. B. der Heinz-Sielmann-Stiftung hinsichtlich der Bearbeitung des „Grünen Bandes“, die LEU-Treffen („Länderübergreifender Erfahrungsaustausch der Umweltpädagogen“) usw..

Für Naturefund e.V. betreut der NABU Obereichsfeld seit 2013 Grundstücke in der Leineaue bei Beuren. Ein regelmäßiger Austausch zwischen der Geschäftsführerin Frau Wiese und Arne Willenberg ist gegeben.

Weiterhin ist der NABU-Obereichsfeld e.V. Mitglied des Vereins Eichsfeld Aktiv - Gesellschaft für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Eichsfeld e.V. Die Verbindung zu diesem Verein wird vor allem durch Andreas Steinert gepflegt.

Mit Andreas Steinert und Arne Willenberg ist der NABU-Obereichsfeld e.V. am einmal jährlich tagenden Runden Tisch Naturschutz des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal vertreten. Arne Willenberg sitzt zudem in der Arbeitsgruppe Naturschutz und Landnutzung sowie im Fachbeirat zum Naturparkplan.

In den Naturschutzbeirat des Landkreises Eichsfeld bringt sich der NABU aktiv mit vielen Themen ein. Den Vorsitzenden des Beirats stellt das NABU-Mitglied Arne Willenberg.

Weiterhin gibt es eine engere Zusammenarbeit mit dem Verein Kuhmune in Schönhagen.

Traditionell ist unser freundschaftliches und kooperatives Verhältnis mit der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld. Viele Naturfreunde sind gleichzeitig Mitglied beider Vereine. Deshalb führten wir auch im vergangenen Jahr wieder viele Aktionen gemeinsam durch.

Darüber hinaus engagieren sich einige unserer Mitglieder auch in anderen, dem Natur- und Artenschutz verpflichteten Vereinen, wie in der Thüringer botanischen Gesellschaft, im Verein für Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen sowie in der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen, was vielfältige Synergien fördert.

Beteiligung an überregionalen NABU-Aktivitäten und überregionalen Naturschutzprojekten

Rainer Hanke ist Mitglied im Vorstand des NABU-Landesverbandes und in dieser Funktion landesweit zu Naturschutzbelangen aktiv.

Der NABU-Bundesverband rief im vergangenen Jahr wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ auf. Mit Flyerverteilung machten wir Werbung für diese Aktion.

Ebenfalls machten wir durch Flyerverteilung Werbung für die Aktion „Stunde der Wintervögel“.

Weiterhin wurde das Sammeln von Handys und Korken fortgeführt. Für jedes gesammelte Handy erhält der NABU 3 Euro für das Renaturierungsprojekt Untere Havel. Korken, die ja aus der Borke der Korkeiche hergestellt werden, werden zu Dämmmaterial verarbeitet. Damit können Korkeichenbestände geschont werden.

Im Februar 2014 wurde die Landesarbeitsgruppe Wolf im NABU Thüringen gegründet. Eine Aufgabe dieser Gruppe besteht darin, die Aktivitäten der NABU-Wolfsbotschafter zu koordinieren, welche landesweit über das Wildtier Wolf sachlich korrekt aufklären. Momentan ist die Landesarbeitsgruppe Wolf aktiv ins Monitoring der ersten sesshaften Wölfin Thüringens eingebunden. Arne Willenberg ist einer der drei Sprecher der Arbeitsgruppe. Zudem ist er Fachreferent und Ansprechpartner für den Luchs im NABU-Thüringen.

Die von Cliff Riesmeier und Andreas Goedecke im Landkreis durchgeführten Vogelberingungen finden im Auftrag der Beringungszentrale der Vogelwarte Hiddensee statt. Dorthin werden auch alle Ergebnisse dieses Vogel-Monitorings gemeldet.

Reinhard Koch ist Ansprechpartner der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen e.V. für die Landkreise Eichsfeld und Nordhausen. Gemeinsam mit Ralf Peiler arbeitet er am bundesweiten Monitoring zum Großen Mausohr mit.

Mitglieder unseres Vereins beteiligten sich regelmäßig aktiv an der Mittwinter-Wasservogelzählung, dem wohl ältesten und umfangreichsten Erfassungsprogramm der Vogelwelt hierzulande.

Vereinsleben

Traditionell trafen wir uns wieder zum Sommerfest. Bei Kaffee und Kuchen sowie Leckereien vom Grill ließen wir es uns gut gehen.

Anfang Januar 2014 luden wir zum Neujahrestreffen ein. Neben einem Bildervortrag über die Lebewesen des Jahres 2014 stand auch hier die Gemütlichkeit im Vordergrund.

Ein Höhepunkt des unseres Vereins war sicherlich die bereits erwähnte gemeinsame Busfahrt nach Leutra.

Eine Chronik unseres Vereinslebens wird seit vielen Jahren von Christina Heerda geführt.

Für unser Vereinsleben spielt unser NABU-Haus in Reifenstein eine bedeutende Rolle. Hier finden unsere Vorträge und unsere Feste statt. Es gibt eine Werkstatt und Lagermöglichkeiten von Materialien. Der Dank des Vorstandes gilt Frau Hildegard Ruediger-Reis-Ellermeier, der Mieterin unseres Hauses, welche sich um die Pflege und die Gestaltung der Gartenbereiche rund um das Haus sowie um die Schneeberäumung im Winter kümmert.