Thomas Wey fordert mehr Kompromißbereitschaft beim Grünen Band

BUND Eichsfeld e. V., der NABU Obereichsfeld e. V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e. V. luden am 1. Dezember Thomas Wey für den Vortrag „Grünes Band - Vom Todestreifen zur Lebenslinie“ in den Heiligenstädter Vitalpark ein.

Thomas Wey vor einem Rest des Grenzzaunes bei Ifta am Kunstprojekt Baumkreuz
Bild von Thomas Wey

Zu Beginn des Vortrages machten der Film „Der Duft des Westens“ und Weys detaillierte Schilderungen des Aufbau der Grenzanlagen deren Unmenschlichkeit fühlbar. Offiziell fielen der innerdeutschen Grenze 872 Menschen zum Opfer, wobei Opferverbände von über 1 000 Toten ausgehen.

Detailliert schilderte er danach die Geschichte des Naturschutzgroßprojektes Grünes Band, beginnend in den 1980er mit Fotos und Vogelbestandserhebungen durch Kai Frobel vom West-BUND bis hin zur 2008 erfolgten Übertragung der Bundesflächen zum Zwecke des Naturschutzes an die Bundesländer. Danach stellte Thomas Wey einzelne Regionen des Grünen Bandes Deutschland mit ihren Biotoptypen vor und ging auch auf deren touristischen Potenzial ein. Das Grüne Band ist mit seinen 109 verschiedenen Biotoptypen einer der wichtigsten Biotopverbunde Deutschlands und wirkt damit der Biotop-Verinselung und dem resultierenden Rückgang der Artenvielfalt entgegen.

Leider konnte aufgrund der krankheitsbedingten Absage Holger Keils (Heinz-Sielmann-Stiftung - Regionalverantwortliche des Naturschutzgroßprojektes Grünes Band) kein Bericht über den aktuellen Stand des Projekts im Eichsfeld erfolgen. Thomas Wey verwies jedoch auf die ökologische Wichtigkeit des Projektes und die Potenziale für die Region. Er forderte trotz der Streitigkeiten der Vergangenheit Kompromißbereitschaft beider Seiten für ein Gelingen des Projektes ein.