Rechenschaftsbericht

Laut des Mitgliedschaftsreports, der den Zeitraum vom 15.03.2015 - 02.10.2015 berücksichtigt, hatte unser Verein im Oktober 2015 448 aktive Mitglieder. Im Oktober 2014 waren es nur 346 Mitglieder. Im Herbst bis in die Vorweihnachtszeit 2014 warben Mitarbeiter des Unternehmens Wesser insgesamt 109 neue Mitglieder für den NABU-Obereichsfeld, so dass die Gesamtmitgliederzahl zum Jahresbeginn 2015 bei 454 lag.

Im Zeitraum des Mitgliedschaftsreports, also vom 15.03.2015 – 02.10.2015, traten drei Personen aus dem Landkreis dem NABU bei und wurden somit Mitglied des NABU-Obereichsfeld. Des Weiteren konnten 4 Zugänge verzeichnet werden, d.h. 4 NABU-Mitglieder, welche bisher anderen Regionalverbänden angehörten, sind zum NABU-Obereichsfeld gewechselt. Es gab 11 Austritte. In einem Fall ist das Mitglied verstorben, in zwei Fällen wurden als Austrittsgrund Finanzprobleme angegeben.

Nach dem 02.10.2015 ist noch eine Person im Landkreis Eichsfeld Mitglied des NABU und somit unseres Kreisverbandes geworden. Zwei weitere Mitglieder wechselten aus anderen NABU-Gruppierungen zu uns. Dafür gab es aber auch zwei Abgänge durch Wegzug zu anderen NABU-Gruppen. Bis zum 31.12.2015 traten noch 25 Personen aus dem NABU-Obereichsfeld e.V. aus. 15 davon sind Personen, welche Ende 2014 durch die Wesserwerbung für den NABU-Obereichsfeld zunächst „gewonnen“ wurden.

Somit betrug die Mitgliederzahl des NABU-Obereichsfeld zum 31.12.2015 genau 424!

Zur Jahreshauptversammlung am 21.02.2015 wurde der Vorstand neu gewählt. Im Vergleich zu den fünf Jahren davor, gab es Veränderungen in der Zusammensetzung. Statt Grit Bierwisch, welche nicht wieder für den Vorstand kandidierte, kamen Eva Händly und Reinhard Koch als Beisitzer in den Vorstand, ansonsten wurde Thomas Keppler als Schriftführer und Verantwortlichen für die Internetseite bestätigt, Andreas Steinert blieb der Verantwortliche für die Finanzen und Lothar Wandt ist nach wie vor der Stellvertreter des Vorsitzenden. Den Vorsitz führt weiterhin Arne Willenberg.

Der Dank des Vorstandes gilt allen, die die Vorstandsarbeit unterstützt und durch konstruktive Kritik beraten haben. Etwa einmal pro Monat traf sich der Vorstand zur Sitzung. In den meisten Fällen waren alle Vorstandsmitglieder anwesend, hinzu kamen oft auch Gäste, z. B. der Leiter der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld, Hans Bernd Hartmann, was die enge Verbundenheit und Zusammenarbeit zwischen der Fachgruppe und dem NABU-Obereichsfeld e.V. unterstreicht. Auf diesen Vorstandsitzungen wurden die gerade aktuell anstehenden Aufgaben besprochen sowie Aktionen vorbereitet.

Im Folgenden werden die Aktivitäten unseres NABU-Regionalverbandes im Jahr 2014 thematisch, d.h. nicht chronologisch, reflektiert.

Konkrete Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege

Gemäß dem Zuwendungsvertrag zwischen dem TLVA und dem NABU-Obereichsfeld e.V. fanden im Frühjahr 2015 wieder Amphibienschutzmaßnahmen während der Laichzeit an Straßen im Landkreis statt. Dazu wurden insgesamt etwa 2000 m Amphibienschutzzäune an 6 Standorten aufgebaut, mit entsprechenden Fangeimern versehen und über die Wanderzeit von Aktiven aus unserem Verein aber auch von Nicht-NABU-Mitgliedern betreut. Diese Standorte befanden sich bei Jützenbach, Brehme, Breitenbach, Birkungen, Reifenstein Landstraße.

Nachdem wir uns in den vergangenen Jahren darum bemüht hatten, einen Hauptverantwortlichen für den Amphibienschutz zu finden, allerdings keine Person dieser Aufgabe länger als eine Saison gerecht werden konnte, lag 2015, wie schon 2014, die Koordinierung und Organisation der Amphibienschutzmaßnahmen wieder in den Händen des Vorstandes.

Im Vorfeld dieser Amphibienschutzaktionen wurde im Februar ein Arbeitstreffen für die aktiven Amphibienschützer sowie weitere Interessierte organisiert, bei welchem die Unterscheidung der Lurcharten geübt sowie die Methodik und die Technik der Amphibienschutzaktionen an Straßen erklärt wurden. Zu dieser Veranstaltung wurde zusätzlich über die Presse eingeladen, um auch neue Akteure und Unterstützer im Amphibienschutz zu gewinnen, leider konnten über diesen Weg keine neuen Amphibienschützer gewonnen werden.

Dass der Amphibienschutz an den Straßen zunehmend unsere Kräfte übersteigt, sowohl personell beim Aufbau und bei der fachgerechten Betreuung der Fangzäune, wurde der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Eichsfeld mitgeteilt. Gemeinsam wurde deshalb ein Arbeitstreffen organisiert, zu welchem noch weiteren Akteure des Amphibienschutzes im Landkreis eingeladen wurden (BUND) sowie auch die Straßenlastträger (u. a. Straßenbauamt). Es sollte ausgelotet werden, inwieweit die Straßenlastträger verantwortlich für den Amphibienschutz sind und somit in die Pflicht genommen werden können, zumindest Unterstützung beim Amphibienschutz zu leisten. Die Frage konnte letztlich nicht geklärt werden.

Unsere Vereinsmitglieder Ralf Peiler und Reinhard Koch betreuten im Auftrag der „Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen“ wieder 7 Fledermauswochenstuben sowie Fledermauswinterquartiere im Landkreis Eichsfeld.

Rainer Hanke ist seit Jahren als Fachberater für Hornissenschutz im Einsatz und bietet seine Kenntnisse und seinen Service nicht nur im Eichsfeld sondern auch in den benachbarten Landkreisen an.

Leo Hunoldt baute wieder mehr als 100 Nistkästen, welche dem Verein zum Aushängen zur Verfügung stehen.

Andreas Goedecke und Cliff Riesmeier waren wieder als Vogelberinger aktiv.

Im August erfolgte wieder eine Mahd der Orchideenwiese am Schafteich, welche, regelmäßig durchgeführt, zum Erhalt der Wiesenvegetation mit Orchideenvorkommen (Fuchsige Kuckucksblume) unbedingt notwendig ist. An dem Arbeitseinsatz beteiligten sich Arne und Sludig Willenberg, Lothar Wandt, Leo Hunold, Reinhard Koch, Dieter Rädel und Thomas Keppler.

Im November erfolgten an zwei Tagen Arbeitseinsätze im Feuchtgebiet Reifenstein. Diese dienten zur Wiederherrichtung zwischen Stausee und Schafteich. Das Freischneiden des stark mit Gehölzen zugewachsenen Biotops erfolgte durch Reinhard Koch, Arne Willenberg und Thomas Keppler. Beim zweiten Einsatz wurde das geschnittene Holz entfernt und damit begonnen, die Laichgewässer zu entschlammen. Daran arbeiteten Herbert und Andreas Gödecke, Dieter Rädel, Karl Meyer, Thomas Keppler und Arne Willenberg mit.

Die Arbeitseinsätze im Feuchtgebiet Reifenstein wurden in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und Herrn Bause, dem Grundstückseigentümer, durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit läuft heutzutage zum Großteil über das Internet. Eine gut gepflegte Web-Seite dient als wichtige Informationsquelle zu einem Verein, bietet Kontaktdaten und kann zum Mitmachen einladen. Die Web-Seite des NABU Obereichsfeld e.V. wurde und wird von Thomas Keppler bearbeitet und regelmäßig aktualisiert. Die Termine zu unseren Aktionen, Veranstaltungen und unserem Vereinsleben sind aber nicht nur auf unserer eigenen Web-Seite zu finden sondern werden von Thomas Keppler auch in die Datenbank des NABU-Bundesverbandes und per Google-Kalender gepflegt. So können die Termine nicht nur auf unserer Homepage, sondern auch per Smartphone, Laptop und PC abgerufen werden.

Unser NABU organisierte verschiedene öffentliche Fachvorträge, zu welchen jeweils u. a. in der Tagespresse eingeladen wurde. Neben dem bereits erwähnten Vortrag zur Biologie und dem Schutz der heimischen Amphibienarten im Februar, referierte Arne Willenberg im Oktober zum Habicht, dem Vogel des Jahres 2015 und im November zur Problematik Windkraft und Artenschutz.

Ebenfalls im November sprach Arne Willenberg über die Biologie des Wolfes und seine Rückkehr nach Thüringen.

Im März hielt Andreas Steinert einen Vortrag zum Naturnahen Garten.

Für drei weitere Vorträge wurden Gastreferenten eingeladen. Im April wurde über das Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis Göttingen referiert und dazu der Film „Über Leben Rebhuhn“ gezeigt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Lothar Wandt.

Im Dezember hielt Thomas Wey den Vortrag „Das Grüne Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“. Der Vortrag wurde gemeinsam mit dem BUND Eichsfeld und Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen veranstaltet.

Zum geplanten Vortrag „Von der Vision zur Utopie – Die Umsetzung von Natura 2000“ sagte die Referentin sehr kurzfristig, etwa eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung ab. Da eine Absage der Veranstaltung nicht mehr möglich war, wurde letztendlich statt des Vortrages eine Diskussionsveranstaltung zum Thema abgehalten.

So wie die genannten Vorträge waren auch die Exkursionen des NABU-Obereichsfeld e.V. öffentlich. Dazu wurde ebenfalls in der Tagespresse eingeladen.

Unser Wanderleiter und Naturführer Heinz–Wilfried Kolle organisierte und leitete eine Exkursion im April zum Kley im Ohmgebirge. Ziel war das Vermitteln von Kenntnissen zu den im Frühjahr vorkommenden Pilzarten und Frühblühern. Ebenfalls von Heinz-Wilfried Kolle organisiert und geleitet wurde im Mai eine Exkursion zum Mittelberg im Ohmgebirge, bei welcher Orchideen im Vordergrund der Betrachtungen standen.

Im April führte Lothar Wandt seine seit Jahren gut besuchte Bärlauchexkursion durch.

Im Juni organisierte Lothar Wandt eine Exkursion außerhalb des Landkreises Eichsfeld und zwar zum Seeburger See. Hier wurde das Naturschutzprojekt „Seeanger“ vorgestellt.

Im September führte Lothar Wandt eine Wanderung zum Sonnenstein durch. Bei dieser Exkursion ging es vor allem um die dort vorkommenden Enzianarten.

Ansonsten widmeten sich die Exkursionen im Herbst vor allem den Pilzen. Im September und im Oktober führte Heinz-Wilfried Kolle Pilzinteressierte ins Lindey.

Im Juni führten wir, nun schon zum sechsten Mal, einen öffentlichen Eichsfelder Tag der Artenvielfalt durch. Wie schon 2014 war diese Veranstaltung auch 2015 unser Beitrag zum „Langen Tag der Natur“ des NABU Thüringen. In einer Gemeinschaftsaktion mit der Eichsfelder Fachgruppe Ornithologie boten wir 24 Stunden lang interessierten Menschen thematische Exkursionen rund um die Leineaue bei Beuren an und erfassten und beobachteten mit den verschiedenen feldbiologischen Methoden die Fauna und Flora des Gebietes. Dazu gab es botanische Wanderungen, Vogelstimmen- und Vogelbeobachtungsexkursionen, eine öffentliche Vogelfang- und Beringungsaktion, sowie Vorträge zur Ökologie, Fauna und Flora der Leineaue, zu Hornissen, zu Fledermäusen und eine Fledermausexkursion. Als Referenten und als Organisatoren der einzelnen Veranstaltungen sollen hier genannt werden: Rainer Hanke, Reinhard Koch, Christoph Weinrich, Hans-Berndt Hartmann, Cliff Riesmeier und Arne Willenberg. Die Montessori-Schule in Beuren stellte uns Räume zur Verfügung, machte im Vorfeld Werbung in Beuren für unsere Veranstaltungen und präsentierte selbst eine Ausstellung der Schüler zum Thema „Färben mit Pflanzen“.

Auf dem Worbiser Frühlingsfest, beim Naturparkfest und beim Wipperfest in Worbis war der NABU-Obereichsfeld e.V. jeweils mit einem Informationsstand vertreten. An der Organisation und Betreuung dieser Stände waren Eva Händly, Lothar Wandt, Heinz-Wilfried Kolle und Leo Hunoldt beteiligt.

Pressearbeit

Pressearbeit ist ebenfalls eine wichtige Form der Öffentlichkeitsarbeit. Über die Tageszeitung machten wir auch 2015 wieder auf die Aktionen unseres Regionalverbandes aufmerksam und luden Interessierte zu unseren Veranstaltungen ein. Es gab zu allen unseren Vorträgen und Exkursionen im Vorfeld Pressemitteilungen, welche gleichzeitig auch Sachinformationen zum speziellen Thema beinhalteten. Im Nachgang wurde über einige der Veranstaltungen ebenfalls berichtet, dies in der Regel auf Initiative der Zeitungen. So gab es u. a. ausführliche und für den NABU-Obereichsfeld öffentlichkeitswirksame Berichte über unseren Tag der Artenvielfalt.

Es ist immer sehr unterschiedlich und vorher schwer kalkulierbar, wie die Tageszeitungen unsere Beiträge wiedergeben. Mal werden diese leider stark und bis zur Sinnentstellung gekürzt, andere aber auch in voller Länge abgedruckt und sogar noch durch Bilder gestreckt.

In voller Länge und ohne Bearbeitung erscheinen unsere Beiträge in dem Online-Journal „Eichsfelder Nachrichten“.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dient dazu, die junge Generation für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren. Diese Arbeit ist heutzutage eine der wichtigsten Naturschutzmaßnahmen überhaupt, sind doch die Kinder –und Jugendlichen die Entscheidungsträger von morgen! Auch das Überleben des NABU-Obereichsfeld e.V. hängt im Wesentlichen davon ab, ob es uns gelingt, Kinder und Jugendliche für unseren Verein zu gewinnen. Laut der aktuellen Mitgliederstatistik gibt es in unserem Verein nur 14 Mitglieder, die jünger als 27 Jahre alt sind, somit also automatisch zur NAJU gehören, dem Jugendverband des NABU.

Viele unserer erwachsenen Vereinsmitglieder sind sich dessen bewusst und beziehen Kinder und Jugendliche selbstverständlich in ihre eigene Naturschutzarbeit mit ein. So waren auch im vergangenen Jahr wieder ganz junge Menschen beim Auf- und Abbau der Amphibienschutzzäune sowie bei deren Betreuung dabei.

Nach wie vor besucht Arne Willenberg einmal wöchentlich für 2 Stunden die Freie integrative Schule in Beuren und „unterrichtet“ Naturkunde. Dieser Unterricht findet in der Regel draußen statt und bedeutet praktisch das Beobachten und Dokumentieren der Tiere und Pflanzen in der Umgebung von Beuren, hauptsächlich in der Leineaue. Außerdem betreuen die Kinder unter Anleitung einige selbstgebaute Nistkästen. Es wurden Projekttage im Wald und ein „Unterricht am Amphibienschutzzaun“ durchgeführt. Als Vertreter des NABU-Obereichsfeld e.V. unterstützte Arne Willenberg somit die Bewerbung dieser Schule um den Titel „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule". Im September wurde die Schule zum 3. Mal mit diesem Titel ausgezeichnet.

Unterstützt hat Arne Willenberg auch zwei Seminarfacharbeiten von Gymnasialschülern als externer Betreuer, einmal zum Thema Wolf und einmal zum Thema „Amphibienschutz an Straßen“. An der Waldorfschule in Eschwege hielt Arne Willenberg im Frühjahr einen Vortrag über einheimische Amphibien. Die Schüler sollten damit auf die Betreuung eines Amphibienschutzzaunes bei Lindewerra im Landkreis Eichsfeld vorbereitet werden.

Thomas Keppler und Arne Willenberg organisierten und führten eine naturkundliche Exkursion für die Kinder und Jugendlichen des Leinefelder Ju-Jutsu Verein ins Zehensberggebiet im Juni durch.

Beteiligung unseres Verbandes an Verfahren, welche den Naturschutz betreffen

Nach dem §45 des Thüringer Naturschutzgesetzes und des §63 des Bundesnaturschutzgesetzes hat auch der Landesverband Thüringen das Recht, sich an Verfahren zu beteiligen, welche die Belange des Naturschutzes und des Umweltschutzes betreffen. In der Regel handelt es sich dabei um Bauplanungen. Der Landesverband gibt diese Aufgaben meistens an die Regionalgruppen weiter, in welchen vom Landesverband Beauftragte die Bearbeitung übernehmen. Für das Gebiet des Landkreises Eichsfeld wurde Arne Willenberg vom Vorstand des Landesverbandes bevollmächtigt, im Sinne der oben genannten Gesetzesparagraphen tätig zu werden. 2015 wurden von ihm verschiedene Verfahren geprüft. Stellungnahmen wurden zu folgenden Projekten abgegeben:

Kritik übte und übt der NABU-Obereichsfeld e.V. an der geplanten weiteren Neutrassierung der B247 und steht dazu im engen Kontakt mit dem BUND und den Grünen aus den Landkreisen Göttingen und Eichsfeld. Es gab zur Bewertung der Situation verschiedene Geländetermine bzw. Begutachtungen. Arne Willenberg führte eigene faunistische, floristische und vegetationskundliche Untersuchungen durch, welche letztendlich zahlreiche Mängel an den offiziellen Planungsunterlagen und an den artenschutzfachlichen Gutachten des beauftragten Planungsbüros aufzeigen.

Aufgrund der Stellungnahme des NABU-Obereichsfeld e.V. zum Neubau des Radweges zwischen Kalteneber und Heiligenstadt wurde von der Unteren Naturschutzbehörde die juristische Prüfung in Auftrag gegeben, ob gegebenenfalls eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss.

In die Diskussionen um die geplante Erweiterung der Rinderhaltungsanlage bei Steinheuterode ist der NABU Obereichsfeld e.V. seit 2012 involviert. Dass Naturschutzbelange durch das Vorhaben gefährdet werden, hat Arne Willenberg erneut in einer Stellungnahme bekräftigt und dazu Geländeuntersuchungen durchgeführt.

Eingaben bzw. Anzeigen erstattete der Vorstand des NABU-Obereichsfeld e.V. u. a. zu

Von unseren Mitgliedern wurden wiederholt offensichtliche Mängel bei der Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur A38 festgestellt. Entsprechend wurden vom Vorstand Nachfragen und Eingaben bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises getätigt. Unterm Strich gibt auch die Untere Naturschutzbehörde Defizite bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu, verweist aber auf die Zuständigkeit der Oberen Naturschutzbehörde in dieser Sache.

Anfang Juni 2015 trafen sich Thomas Keppler und Arne Willenberg mit dem Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz, Olaf Möller, um mit ihm über Naturschutzfragen zu sprechen. Ein wichtiges Thema waren die Defizite bei den A- und E- Maßnahmen zur A38. Offensichtlich als Folge davon soll laut Mitteilung der Unteren Naturschutzbehörde ein Planungsauftrag ausgelöst werden, mit dem Ziel, die Defizite an der A38 aufzudecken. Gegebenenfalls sollen neue Möglichkeiten für A- und E-Maßnahmen gefunden werden.

Weitere Projekte 2015

Seit Anfang des Jahres 2012 läuft das Eichsfelder Steinkauzprojekt, für welches NABU-Obereichsfeld e.V. als Projektträger fungiert. 2015 wurde das Projekt fortgeführt. Neben dem NABU-Obereichsfeld e.V. sind an diesem Projekt verschiedene weitere Institutionen, Vereine und Einzelpersonen beteiligt, wie die Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Uwe Lagemann aus Tastungen leitet das Projekt. Von ihm stammt ein ausführlicher Projektbericht, welcher diesem Rechenschaftberich angehängt ist. 2015 wurden 7 Steinkauzpaare ausgewildert. Eins dieser Steinkauzpaare legte Eier, ohne dass eine Bebrütung erfolgte. Die Finanzierung des Steinkauzprojektes erfolgte auch 2014 ausschließlich über Spenden.

Für die zwischen Breitenworbis und Ascherode gelegene Streuobstwiese wurde zwischen den Besitzern und dem NABU Obereichsfeld e.V. ein Pachtvertrag geschlossen. Somit kann diese Streuobstwiese von uns mit Beginn diesen Jahres naturschutzkonform gepflegt und genutzt werden.

Das alte Gebäude der Wiesenmühle bei Marth, welche ehemals eine der bedeutendsten Wochenstuben des Großen Mausohr beherbergt hat, ist noch immer als FFH-Lebensraum für Fledermäuse geschützt. 2015 hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, welche die Wiederherstellung der Attraktivität des Gebäudes für Fledermäuse zum Ziel hat. Neben Vertretern der Gemeinde Marth, des staatlichen Naturschutzes, und des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, arbeiten auch Ehrenamtler in der Arbeitsgruppe mit. Für den NABU-Obereichsfeld e.V. sind das Ralf Peiler, Reinhard Koch und Arne Willenberg. Ralf Peiler und Reinhard Koch nahmen noch 2015 Sicherungsarbeiten am Gebäude vor, wie den Einbau einer Tür und das Verschließen von möglichen Einschlupflöchern für Prädatoren.

Für den als Ausgleichsmaßnahme vorgesehene Ausbau eines Trafohäuschens zu einem Artenschutzturm in Winzingerode fungiert der NABU Obereichsfeld e.V. als Partner. Arne Willenberg erstellte das Konzept für den Einbau von Nisthilfen für Fledermäuse und Vögel.

Im Rahmen des Projektes „Lebensraum Kirchturm“ wurden 2015 fünf Kirchen vom NABU-Obereichsfeld e.V. hinsichtlich des Artenschutzes an ihren Gebäuden beraten. Es wurden zwanzig neue Nistmöglichkeiten in Kirchengebäuden geschaffen. Vier Kirchen konnten vom NABU Obereichsfeld e.V. mit der Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ geehrt werden. Sehr aktiv in diesem Projekt waren Reinhard Koch, Ralf Peiler, Thomas Keppler, Leo Hunold, Dieter Rädel und Wilhelm Roth. Leo, Dieter und Wilhelm taten sich besonders als einfallsreiche und fleißige Konstrukteure und Installateure von Nisthilfen u. ä. hervor. Ein ausführlicher Bericht zum Projekt „Lebensraum Kirchturm“ hängt diesem Rechenschaftsbericht an.

Interaktionen mit anderen Vereinen und Institutionen

Es gibt seit Jahren zahlreiche positive Beziehungen zwischen unserem NABU-Obereichsfeld e.V. und anderen Vereinen und Institutionen, welche sich mit Tier-, Natur- und Artenschutz, ökologischer Bewirtschaftung, Landschaftspflege oder Umweltbildung beschäftigen. So wurden und werden von unseren Mitgliedern Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen oder Arbeitstreffen war genommen, z. B. der Heinz-Sielmann-Stiftung hinsichtlich der Bearbeitung des „Grünen Bandes“, die LEU-Treffen („Länderübergreifender Erfahrungsaustausch der Umweltpädagogen“) usw..

Für Naturefund e.V. betreut der NABU Obereichsfeld seit 2013 Grundstücke in der Leineaue bei Beuren. Ein regelmäßiger Austausch zwischen der Geschäftsführerin Frau Wiese und Arne Willenberg ist gegeben.

Weiterhin ist der NABU-Obereichsfeld e.V. Mitglied des Vereins Eichsfeld Aktiv - Gesellschaft für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Eichsfeld e.V. Die Verbindung zu diesem Verein wird vor allem durch Andreas Steinert gepflegt.

Mit Andreas Steinert und Arne Willenberg ist der NABU-Obereichsfeld e.V. am einmal jährlich tagenden Runden Tisch Naturschutz des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal vertreten. Arne Willenberg saß zudem in der Arbeitsgruppe Naturschutz und Landnutzung sowie im Fachbeirat zum Naturparkplan.

In den Naturschutzbeirat des Landkreises Eichsfeld bringt sich der NABU aktiv mit vielen Themen ein. Den Vorsitzenden des Beirats stellt das NABU-Mitglied Arne Willenberg.

Weiterhin gibt es eine engere Zusammenarbeit mit dem Verein Kuhmune in Schönhagen.

Traditionell und bewehrt ist unser freundschaftliches und kooperatives Verhältnis mit der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld. Viele Naturfreunde sind gleichzeitig Mitglied beider Vereine. Deshalb führten wir auch im vergangenen Jahr wieder viele Aktionen gemeinsam durch.

Darüber hinaus engagieren sich einige unserer Mitglieder auch in anderen, dem Natur- und Artenschutz verpflichteten Vereinen, wie in der Thüringer botanischen Gesellschaft, im Verein für Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen sowie in der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und –forschung in Thüringen, was vielfältige Synergien fördert.

Thomas Keppler organisierte 2015 Treffen mit Politikern der Partei „Die Linke“ und der SPD. Neben Thomas Keppler nahm Arne Willenberg an diesen Treffen teil, welche dazu dienten, zum einen über Naturschutzbelange im Eichsfeld und in Thüringen zu sprechen, den NABU Obereichsfeld und seine Aktivitäten vorzustellen und gegebenenfalls Unterstützung für Naturschutzprojekte zu bekommen.

NABU-Nordhausen als zukünftige Ortsgruppe des NABU-Obereichsfeld

2015 hat sich der Nordhäuser NABU-Verein aufgelöst. Grund war, dass sich nach dem Ableben des langjährigen Vereinsvorsitzenden kein neuer Vorsitzender bzw. Vorstand finden konnte. Bei der Landeshauptausschusssitzung des NABU Thüringens im November wurden Thomas Keppler und Arne Willenberg mit der Frage konfrontiert, ob die 62 Mitglieder aus dem Landkreis Nordhausen zukünftig dem NABU Obereichsfeld e.V. beitreten könnten, was von beiden spontan bejaht wurde. Ihre Zusage wurde im Nachgang vom Vorstand des NABU Obereichsfeld bestätigt. Es folgte noch im Dezember ein Gespräch mit Vertretern des NABU Nordhausens zur Organisation des Beitritts. Fazit ist, dass die Nordhäuser ab 1. Januar 2016 zum NABU Obereichsfeld gehören, als Ortsgruppe aber eine relative Eigenständigkeit in ihren Aktivitäten beibehalten werden und vor allem auch die §63-Arbeit für ihren Landkreis selbst stemmen werden.

Beteiligung an überregionalen NABU-Aktivitäten

Für die bundesweiten NABU-Aktionen „Stunde der Gartenvögel“ und „Stunde der Wintervögel“ warben wir durch Flyerverteilung und Pressemitteilungen. Die Beteiligung im Landkreis Eichsfeld an der Stunde der Gartenvögel 2015 stieg auf 57 teilnehmende Beobachter bzw. Beobachtergemeinschaften. Sie bleibt jedoch weit hinter den 99 Beobachtungsmelder bei der Stunde der Wintervögel 2015 zurück.

Weiterhin wurde das Sammeln von Handys und Korken fortgeführt. Für jedes gesammelte Handy erhält der NABU 3 Euro für das Renaturierungsprojekt Untere Havel. Korken, die ja aus der Borke der Korkeiche hergestellt werden, werden zerschrotet und dann als Dämmmaterial verwendet. Damit können Korkeichenbestände geschont werden.

Rainer Hanke ist Mitglied des Landesvorstandes des NABU Thüringens.

Im Februar 2014 wurde die Landesarbeitsgruppe Wolf im NABU Thüringen gegründet. Arne Willenberg ist einer der drei Sprecher der Arbeitsgruppe. Eine Aufgabe dieser Gruppe besteht vor allem darin, die Aktivitäten der NABU-Wolfsbotschafter zu koordinieren, welche landesweit über das Wildtier Wolf sachlich korrekt aufklären. Die Landesarbeitsgruppe Wolf ist aktiv ins Monitoring der ersten sesshaften Wölfin Thüringens eingebunden. Im April 2015 wurde von der LAG gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsleitung des NABU Thüringens die 1. Fachtagung zum Wolf in Thüringen organisiert.

Unter dem Motto „42,195 Kilometer für den Naturschutz“, starteten 2015 40 NABU-Mitglieder beim Berlin-Marathon. Einer von diesen war Arne Willenberg. So wie jeder NABU-Starter sammelte Arne Willenberg im Vorfeld des Laufes Spendengelder für den Naturschutz, konkret für die NABU-Arbeiten zum Wolf. Insgesamt bekam er 666,95 Euro zusammen. Während der langen Trainingszeit konnte Arne Willenberg über diese Aktion viel Werbung für den NABU machen und in Vorträgen und Pressemitteilungen über die Situation des Wolfes aufklären.

Unsere Fledermausbearbeiter Reinhard Koch und Ralf Peiler arbeiten am bundesweiten Monitoring zum Großen Mausohr mit sowie an Erfassungsprogrammen in und außerhalb Thüringens.

Mitglieder unseres Vereins beteiligten sich regelmäßig aktiv an der Mittwinter-Wasservogelzählung, dem wohl ältesten und umfangreichsten Erfassungsprogramm der Vogelwelt hierzulande.

Vereinsleben

Nach der Wesser-Werbeaktion wurden alle neuen Mitglieder zu einem Willkommenstreff ins NABU-Haus nach Reifenstein eingeladen. Leider war die Resonanz ziemlich gering.

Traditionell trafen wir uns wieder zum Sommerfest. Bei Kaffee und Kuchen sowie Leckereien vom Grill ließen wir es uns gut gehen.

Anfang Januar 2015 luden wir zum Neujahrestreffen ein. Neben einem Bildervortrag über die Lebewesen des Jahres 2015 stand auch hier die Gemütlichkeit im Vordergrund.

Eine Chronik unseres Vereinslebens wird seit vielen Jahren von Christina Herda geführt.