Insektenhotels - Ein Gastbeitrag von Wilhelm Roth

Die im Internet vorgestellten "Insektenhotels" sind nach Erkenntnis des Wildbienenforschers Paul Westrich für Wildbienenansiedlung und schutzwürdiger Vermehrung (neben teilweiser Ansiedlung von Wildbienen) ungeeignet!

Das Zusammenführen von Wildbienen und anderen Insekten z. B. Spinnen und Ohrenkneifer erbringt ein nicht wünschenswertes Beuteangebot zum Schaden verschiedener Wildbienenarten, die naturgemäß selbst mit Parasiten den Entwicklungsraum einnehmen.

Von Forstämtern erstellte Anschauungsobjekte an Wanderwegen sind überzählig mit Hohllochziegel ohne Innenleben bestückt sowie mit Stroh und Fichtenzapfen befüllt und ohne Rückwände, was sich klimatisch ungünstig auswirkt.

Weitere Mängel sind Mattenschilfbündel mit geringer optimaler Röhrenzahl sowie gesplitterte Einflüge, faserreiche Holzbohrungen in Weichhölzern sowie u.a. das Anlegen von feinmaschigen Kaninchendraht. Wildbienen benötigen einen sicheren und freien Flugraum vor den Kinderstubenangebot in bester Qualität.

Anleitung zum Bau eines Wildbienen-Vermehrung-Hauses

Kastenaufbau je nach Gestaltung 30 bis 70 cm mit Rückwand und Biodach aus Steingartengewächsen auf Kies, Sand, Lehm und Humus mit Teichfolie und Ablaufrinne. Aufstellung an zwei Balken 10x10 cm mit Einschlageisen.

Materialien:

Materialieneinbau:

Klötze Festschrauben! Künstlerische Empfehlung: alle Röhrchen in Wechselgrößen werden in einer Lehmnudel, gemischt mit weißen Sand und nicht zu feucht in Fingerbreite 2 cm von der Rückwand und an der Vorderansicht fast Glattflächig in die Rillen des Schraubenziehers fest eingelegt. Dies sorgt für mehr Festigkeit und gleichmäßiges Klima.

Spechtschutz:

fester abnehmbarer Rahmen wird oben und unten mit verzinkten Nägeln oder Schrauben im Abstand von 3 cm (!) bestückt und mit mittleren Bindedraht senkrecht verbunden. Der Abstand des Drahtes von 8-10 cm von Bohröffnung bzw. Röhren wird für die emsige Flugtätigkeit benötigt.

Bau eines Bienenstuben-Anschauungshauses

4-5 abgelagerte maschinell gehobelte Buchenholzbohlen mit 25 cm Länge, 15 cm Breite und 3,5 cm Dicke werden in der oberen Hälfte mit verteilten Bohrungen im Ø von 2-10 mm bestückt, wobei das obere Teil ohne nachfolgende Rillen bleibt.

Auf die Oberfläche der 4 weiteren Bretter werden mit der kleinen Kreissäge Rillen von 3x3 mm bis 10x10 mm ausgesägt und an der Hinterseite mit Holzkitt verklebt.

Darauf wird eine Fensterglasplatte mit 24 cm Länge und 15 cm Breite gelegt. welche von der schmalen Seite mit je 2 Holzschrauben und einem Gummistreifen (Teichfolie) befestigt wird. Ein lockeres Anschrauben verringert den Druck auf die Glasplatte. Somit wird ein Aufquellen des Holzes sowie das Zersplittern der Scheiben verhindert.

An der Vorderseite der Glasplatte wird eine Deckleiste mit 3 Schrauben zum Verdunkeln verblendet. Zum Einrasten der Platten werden für die Holzschraubenköpfe in gegenüberliegenden Holz eine kleine Höhlung ausgebohrt.

Zwischen den Brettern und den Glasscheiben wird eine Lage Velourpapier zur Dämmung eingeklebt. Zur Arretierung des Paketes werden an den Seiten 2 Alublech-Riegel mit Verschraubung angebracht.

Dieses Modell wird in einen angepassten Kasten eingeschoben sowie dem gerade beschriebenen Drahtgitter mit eingeschobenen Auffangbrett zur sichtbaren Aktivität der Wildbienen gesichert. Damit ergeben sich hobbymäßig spannende und praktische Beobachtungen und Erkenntnisse, die uns Einsicht in das emsige Leben der Wildbienen und ihrer Parasiten ermöglichen.

Fotostrecke

Ein erfrischend wissenschaftliches Bilderbuch
Bienenbuch
Holzklötzchen (Spaltenarm) sind gute Gestaltungselemente
Holzkloetze
Röhrenangebot für Wildbienen
Roehrenangebot

Schilfstängel mit Knoten 30 cm lang und 13 cm für Kastentiefe. Blütenstängel der Sumpfprimel überwintert (Gartenangebot) Japanischer Knöterich (innen mit und ohne Schilfeinlage darunter links Sägemesser, Gipsröhrchen vom Schießstand auf Schleifpapier daneben Draht zum Durchstoßen der Schilfröhrchen Holunderzweige durchbohrt Holzklötzchen für kleine Bohrungen ab 2 mm"

Bienenlarven
Bienenlarven

von einer Raubwespe ausgegrabene Bienenlarven, welche sie zur eigenen Brutversorgung transportiert

Bienenlabor
Bienenlabor
Innenleben des Bienenlabors
Bienenlabor
Blattbienen
Bienenlabor
Röhrenbiene in lockerer Lehmwand, ein netzartiger fester Einflug
Roehrenbiene
Jugendarbeit im Johanniter-Landschulheim Beinrode
Beinrode
Wildbienenhaus im Bärenpark Worbis
Baerenpark
Stadtbienenhaus
Stadtbienenhaus
Wettflüge in die erste Brutröhre
Bruthöhlen
Spinnen - Feinde die aber dazu gehören
Bienenlabor
Feldrain
Feldrain

Die Feldrandhygiene der Agrarbetriebe zerstört durch Pflanzenschutz- und Düngemittelbelastung sowie das stete Mulchen der Feldraine den Lebensraum vieler Wildbienen.

Blühender Feldrain
Feldrain

Feldraine sind schützenswerte Biotope, die mit ihrer Lebensvielfalt als Mosaiksteine eine farbenfrohe Naturgestaltung darstellen

Steingarten
Feldrain

Der Steingarten auf dem Bienenhaus liefert ein reiches Pollenangebot.

© 2013 Wilhelm Roth, Heilbad Heiligenstadt